wissen.de
Total votes: 0
GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Urne:
Eine
Urne
ist ursprünglich allgemein ein krugartiges, bauchiges Gefäß aus Ton oder Bronze, das lateinisch
urna
genannt wurde. Sie diente einst im Handel auch als Flüssigkeitsmaß.
Verwendung fanden Urnen allerdings von Anfang an auch schon zur Aufnahme der Brandrückstände nach einer Leichenverbrennung. In Europa sind sie als Zubehör der Feuerbestattung bereits in der Jungsteinzeit und der Bronzezeit verbreitet. So ist zum Beispiel die von 1200 bis 800 vor Christus datierte
Urnenfelderkultur,
die vom östlichen Mitteleuropa ausging, Teil der Bronzezeit. Im Lauf der Jahrhunderte gab es unterschiedlichste Formen von Urnen, so etwa
Gesichtsurnen
und
Hausurnen
. Vom 18. Jahrhundert an wird das Wort
Urne
auch im Deutschen im Sinn von
Graburne
gebraucht.
Die
Wahlurne
ist dagegen das Behältnis zur Verwahrung der Stimmzettel während einer Abstimmung. Daraus ist die Bezeichnung
Urnengang
als Synonym für „Wahl“, „Abstimmung“ entstanden. Wer votiert, geht
an die Urne, Urnen
oder
zur Urne.
Zu einem Wahltermin werden die Bürger
an die Urnen gerufen
.
Schließlich ist gelegentlich noch von
Losurnen
die Rede, als Ausdruck für die Behälter von Losen.
Total votes: 0