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LEXIKON

Williams

Tennessee, eigentlich Thomas Lanier Williams, US-amerikanischer Dramatiker, * 26. 3. 1911 Columbus, Miss.,  25. 2. 1983 New York; Hauptvertreter des psychologischen Dramas; behandelte sexuelle Probleme, das menschliche Versagen und den Gegensatz von Illusion und Traum zu Realität und Gewalt; Zentralerlebnis ist die Einsamkeit; Schauplätze seiner Werke sind meist die Südstaaten. „Die Glasmenagerie“ 1945, deutsch 1947; „Endstation Sehnsucht“ 1947, deutsch 1949; „Der steinerne Engel“ 1948, deutsch 1951; „Die tätowierte Rose“ 1950, deutsch 1952; „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ 1955, deutsch 1955; „Orpheus steigt herab“ 1958, deutsch 1960; „Süßer Vogel Jugend“ 1959, deutsch 1959; „Die Nacht des Leguans“ 1961, deutsch 1962; Roman: „Mrs. Stone und ihr römischer Frühling“ 1950, deutsch 1957.
Williams, Tennessee
Tennessee Williams
  • Erscheinungsjahr: 1944
  • Veröffentlicht: USA
  • Verfasser:
    Williams
    , Tennessee
  • Deutscher Titel: Die Glasmenagerie
  • Original-Titel: The Glass Menagerie
  • Genre: Schauspiel in zwei Teilen
Tennessee Williams (* 1911,  1983) erringt seinen ersten großen Bühnenerfolg mit dem Schauspiel »Die Glasmenagerie«, das am 26. Dezember im Civic Theatre in Chicago uraufgeführt wird. In diesem von Henrik Ibsen und August Strindberg beeinflussten, sich naturalistischer Stilmittel bedienenden Drama entwickelt sich die Handlung aus den Erinnerungen des Matrosen Tom an das frustrierende Kleinbürgerdasein seiner Jugend. Seine Mutter flüchtete sich in Jugenderinnerungen, er selbst träumte von Abenteuern, und die durch einen Gehfehler behinderte Schwester Laura isolierte sich immer mehr von der Außenwelt, »bis sie einem Stück ihrer Glassammlung glich, zu erlesen und zu zerbrechlich, um vom Sims heruntergenommen zu werden«. Als Tom einmal einen Arbeitskollegen nach Hause mitbringt, der auf Lauras Schwärmerei eingeht, sie küsst, dann aber aus Angst vor ihrer Bewunderung zurückstößt, vereinsamt Laura endgültig. Die deutschsprachige Erstaufführung findet am 17. Oktober 1946 in Basel statt.
  • Erscheinungsjahr: 1947
  • Veröffentlicht: USA
  • Verfasser:
    Williams
    , Tennessee
  • Deutscher Titel: Endstation Sehnsucht
  • Original-Titel: A Streetcar Named Desire
  • Genre: Schauspiel in elf Szenen
»Endstation Sehnsucht«, Tennessee Williams' (* 1911,  1983) Tragödie um den Motivkomplex Trieb und Sehnsucht, uraufgeführt am 3. Dezember im Barrymore Theatre in New York, wird ein Welterfolg. Das Stück erhält den Preis der US-amerikanischen Theaterkritiker und den Pulitzer-Preis, die deutschsprachige Erstaufführung findet 1949 in Zürich statt, 1951 wird es verfilmt. Der mit der ihm hörigen Stella verheiratete Arbeiter Stanley Kowalski muss vorübergehend auch Stellas zarte, nervöse Schwester Blanche in seine Wohnung aufnehmen. Die Gegensätzlichkeit Kowalskis und Blanches führt bald zu Spannungen, die sich noch vermehren, als Mitch, ein Freund Kowalskis, Blanche den Hof macht, und als Kowalski erfährt, dass Blanche in ihrem Heimatort als Alkoholikerin und Nymphomanin bekannt ist. Während der Entbindung seiner Frau vergewaltigt Kowalski Blanche, die einen Nervenzusammenbruch erleidet und in eine Heilanstalt eingewiesen wird.
  • Erscheinungsjahr: 1950
  • Veröffentlicht: USA
  • Verfasser:
    Williams
    , Tennessee
  • Deutscher Titel: Die tätowierte Rose
  • Original-Titel: The Rose Tattoo
  • Genre: Schauspiel in drei Akten
In dem Stück »Die tätowierte Rose«, das am 29. Dezember im Erlanger Theatre in Chicago uraufgeführt wird, will Tennessee Williams (* 1911,  1983) »das dionysische Element im menschlichen Leben, sein Geheimnis, seine Schönheit und seine Bedeutung« darstellen. Die Sizilianerin Serafina delle Rose bewahrt die Urne mit der Asche ihres verstorbenen Mannes zu Hause auf und lebt jahrelang in einer Traumwelt mit ihrer Liebe zu dem Toten, der sich früher als Zeichen seiner Liebe eine Rose auf die Brust hat tätowieren lassen. Als sie erfährt, dass ihr geliebter Mann sie mit anderen Frauen betrogen hat, nimmt sie sich einen Liebhaber, der sich ebenfalls eine Rose auf die Brust tätowieren lassen muss. Die deutsche Erstaufführung findet 1952 im Hamburger Thalia-Theater statt.
  • Erscheinungsjahr: 1955
  • Veröffentlicht: USA
  • Verfasser:
    Williams
    , Tennessee
  • Deutscher Titel: Die Katze auf dem heißen Blechdach
  • Original-Titel: Cat on a Hot Tin Roof
  • Genre: Schauspiel in drei Akten
Tennessee Williams (* 1911,  1983) versteht sein Stück »Die Katze auf dem heißen Blechdach«, das am 24. März im Morosco Theatre in New York uraufgeführt wird, als eine »Schlinge..., mit der man eine menschliche Wahrheit einfängt«: Geschildert wird der Kampf der jungen lebenslustigen Maggie, der »Katze«, um ihren dem Alkohol verfallenen Mann. An diesem Beispiel versucht Williams, die Lebenslügen und den Verfall einer reichen Pflanzerfamilie aus dem Süden aufzuzeigen: »Ich möchte den Wahrheitsgehalt von Erlebnissen innerhalb einer Gruppe von Menschen darstellen, jenes flackernde, umwölkte, schwer zu fassende aber fieberhaft mit Spannung geladene Zusammenspiel lebendiger Wesen in der Gewitterwolke einer gemeinsamen Krise«. Die deutsche Erstaufführung findet 1955 in Düsseldorf statt.
  • Erscheinungsjahr: 1961
  • Veröffentlicht: USA
  • Verfasser:
    Williams
    , Tennessee
  • Deutscher Titel: Die Nacht des Leguans
  • Original-Titel: The Night of the Iguana
  • Genre: Drama in drei Akten
Auch in seinem neuesten Stück bleibt der Erfolgsdramatiker Tennessee Williams (* 1911,  1983) dem zentralen Thema der meisten seiner bisherigen Dramen treu: Im Mittelpunkt des am 28. Dezember im Royal Theatre in New York uraufgeführten Dramas »Die Nacht des Leguans« steht die Frage der menschlichen Einsamkeit und ihrer Überwindung durch Sexualität, Kommunikation, Hilfsbereitschaft und Geduld. In der tropischen Regenwaldatmosphäre Mexikos kann sich ein ehemaliger Pastor bei der vorübergehenden Verbindung mit einer Malerin für kurze Zeit von dem »gespenstischen Schatten seiner selbst« befreien. Er schenkt daraufhin symbolhaft einem gefangenen Leguan die Freiheit.
Die deutsche Übersetzung erscheint 1962. 1964 verfilmt John Huston das Stück.
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