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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE

Wanze

Wn|ze
f.
11
1.
Insekt mit stechendsaugenden Mundwerkzeugen und flachem Körper
(Schild~, Stink~)
2.
übertr., ugs.
sehr kleines Abhörgerät
[< 
mhd.
wantlus
„Wandlaus“]
Wanze:
In alt und mittelhochdeutscher Zeit hieß die
Wanze
noch
wantlus,
also „Wandlaus“. Daraus wurde dann in der Kurzform
Wanze
die heutige Bezeichnung für das Ungeziefer, das eine Gruppe der Insekten ist und weltweit in 36000 Arten vorkommt, von denen 800 in Europa leben.
Umgangssprachlich wird
Wanze
auch als Ausdruck für ein kleines Abhörgerät in der Spionage gebraucht. Ein Zimmer, das
verwanzt
ist, steckt voll von solchen Geräten. Berühmt wurde beispielsweise der Fall der USBotschaft in Moskau, deren Rohbau in den achtziger Jahren schon umfassend verwanzt wurde, was zu diplomatischen Konflikten zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion führte.
In der Computersprache ist das mit „Wanze“ übersetzte englische Wort
bug
auch der Ausdruck für einen Fehler in der Software. Der Begriff stammt aus der Anfangszeit des Computers, als Ungeziefer tatsächlich noch die Schaltflächen blockiert hat.
Aus der Jugendsprache kommt noch das Verb
(sich) ranwanzen,
das umgangssprachlich in der Bedeutung von „sich an jemanden heranmachen“ gebraucht wird. Solches „Ranwanzen“ lässt sich beispielsweise in Diskotheken beobachten; aber auch Parteien können sich gelegentlich an die Jugend, also an potenziellen Nachwuchs, heranwanzen.
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