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Wer war Till Eulenspiegel?

Der sagenhafte Till oder Tile Eulenspiegel war ein Schalk aus Norddeutschland. Sein Nachname, im niederdeutschen »Ulenspegel« ist ein Wortspiel von »ulen« (fegen) und dem weidmännischen Begriff »Spiegel« (Hinterteil). Zwar ist nicht historisch belegt, wann genau der lustige Gesell Schabernack trieb. Überliefert ist allerdings, dass er um 1300 in Kneitlingen bei Braunschweig geboren wurde und ca. 1350 in Mölln starb. Dort sollen auch seine sterblichen Überreste liegen.

Wie Till mit damaligen Fürsten und Geistlichen seine Scherze trieb und schelmisch durch die Städte zog, ist im berühmten Eulenspiegelbuch verewigt, das heute im gut sortierten Buchhandel immer noch erhältlich ist. Seit nunmehr 500 Jahren lachen Jung und Alt darüber, wie Eulenspiegel sich als Kind gleich dreimal taufen lassen muss, wie er zum Seiltänzer wird, einem Esel das Lesen beibringt und von Ort zu Ort zieht und sich dabei gerne als Handwerksgeselle ausgibt, obwohl er vom Schneidern, Backen oder Zimmerhandwerk keine Ahnung hat.

Till Eulenspiegel taucht in der europäischen Literatur immer wieder auf: Es existieren Neubearbeitungen und Nachdichtungen von H. Sachs, J. Nestroy, G. Hauptmann, E. Kästner, C. Wolf und außerdem eine sinfonische Dichtung von R. Strauss. In vielen Kulturen existiert ein »Pendant« zum deutschen Till Eulenspiegel: In der Türkei heißt Eulenspiegel beispielsweise Hodscha Nasreddin, in der jüdischen Kultur ist er unter dem Namen Hersch Ostropoler bekannt.

Im niedersächsischen Schöppenstedt gibt es sogar ein Till Eulenspiegel-Museum, in dem man noch mehr erfahren kann.

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