Wahrig Herkunftswörterbuch

durchfallen
Einen konkreten und schmerzhaften Hintergrund hat die Wendung bei etwas durchfallen. Sie wurde schon im 17. Jh. vor allem von Studenten im Sinne von „bei Prüfungen keinen Erfolg haben“ verwendet. Dabei ist durchfallen eine Verkürzung der zuvor gebräuchlichen Fügung durch den Korb fallen. Ursprung ist wohl ein alter Rechtsbrauch: Überführte Verbrecher stellte man zur Strafe in Körbe, deren Boden sich öffnen ließen. Dies geschah vorzugsweise über Wasser – die Missetäter fielen im Wortsinne ins Wasser durch. Daneben wird bisweilen das Theater des Mittelalters als Quelle angesehen: In Lustspielen mussten unerwünschte Liebhaber in Körbe steigen, die ihr Gewicht nicht trugen. Zog nun die Angebete einen solchen Korb zu ihrem Gemach hinauf, so fiel der Freier durch den Boden (vgl. auch jemandem einen Korb geben).
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