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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

Wasser

die hochdeutsche Bezeichnung für das lebensspendende Nass (
mhd.
wazzer,
ahd.
wazzar) lässt sich ebenso wie
engl.
water,
schwed.
vatten, aber auch
griech.
hýdōr und
russ.
voda auf
idg.
*uédōr, *uódōr „Wasser“ zurückführen; das
idg.
Substantiv wurde seinerseits zu der
idg.
Verbalwurzel *(a)ued „benetzen, befeuchten, fließen“ gebildet; Grundlage der Redewendung jmdm. das Wasser nicht reichen können „jmdm. nicht gleichkommen, ihm unterlegen sein“ sind die folgenden historischen Verhältnisse: Da man bis ins 16. Jh. hinein nicht mit Messer und Gabel, sondern mit den Händen aß, wurden zum Händewaschen vor und nach dem Essen von Bediensteten kleine Schalen mit Wasser an den Tisch gebracht; wenn man bedenkt, dass diejenigen, die das Wasser reichten, bereits Untergebene waren, so kann man sich vorstellen, wo innerhalb der gesellschaftlichen Hierarchie jemand angesiedelt wurde bzw. wird, der anderen nicht das Wasser reichen kann
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