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Microsoft lockt Xbox-Spieler ins Netz

Mit dem Ausbau seines Onlinespieleportals Xbox Live will der Software- und Spielehersteller Microsoft neue Einnahmequellen erschließen. Künftig werde der Konzern eine riesige Palette an Minispielen, Videos, Demos und Zusatzszenen online anbieten.

Das sagte Martin Bachmeyer, Marketingleiter Xbox Deutschland, der FTD: "Ist die Akzeptanz hoch, könnten die Umsätze daraus die heutigen Xbox-Live-Abogebühren um ein Vielfaches übersteigen." Derzeit verlangt Microsoft jährlich 60 Euro von Spielern, die im Netz gegen andere antreten wollen. Xbox Live gilt als der populärste Onlinedienst für Spielkonsolen - mit der Erweiterung will Microsoft seiner neuen Xbox 360 zum Durchbruch verhelfen. Die Konsole wird seit vergangener Woche in den USA verkauft und wird von Freitag an auch in Europa in den Regalen stehen.

Einen Erfolg hätte Microsofts Spielesparte bitter nötig: Mit dem Vorgängermodell hatte sie einen Verlust von etwa 2 Mrd. Euro erzielt und nur einen enttäuschenden Marktanteil von 18 Prozent erreicht. Der Konkurrent Sony , der mit seinen Playstations zwei Drittel des Markts beherrscht, wird erst im kommenden Frühjahr mit einer neuen Konsole nachziehen. Den Vorsprung will Microsoft dazu nutzen, Spieler zum Lagerwechsel zu bewegen - Xbox Live ist dabei ein wichtiger Köder: "Der Dienst wird für den Erfolg der Xbox 360 maßgeblich sein", sagte Microsoft-Manager Bachmeyer.

War bisher nur knapp jeder zehnte Xbox-Besitzer Live-Abonnent, will Microsoft in den kommenden fünf bis sechs Jahren jeden zweiten ins Netz locken. Nicht nur zum Spielen: Auf einem Onlinemarktplatz können sie nun auch Spieleergänzungen, Filme oder virtuelle Güter wie schnellere Autos für Rennspiele von Microsoft und seinen Partnern kaufen. "Wir beobachten, dass die Menschen trotz aller Kaufzurückhaltung bei großen Dingen verstärkt in kleinen Dosen konsumieren", sagte Bachmeyer. Das zeige der Erfolg von Klingeltönen für Handys. "Dem wollen wir mit dem neuen Angebot Rechnung tragen." Zudem können Xbox-Spieler künftig Figuren und Gegenstände aus Spielen wie etwa Waffen oder breitere Reifen für den digitalen Flitzer tauschen und handeln. Microsoft hat sogar eine eigene Währung für den Marktplatz eingeführt: die Microsoft Points. Sie können per Kreditkarte, Lastschrift oder Prepaidkarte erworben werden. 2000 Points kosten 24 Euro.

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