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Der Platz des Himmlischen Friedens wird zum Schlachtfeld

Chinas Demokratiebewegung in Blutbad erstickt

Mit einem Blutbad setzt die chinesische Armee am 4. Juni 1989 den seit Wochen anhaltenden Aktionen der Demokratiebewegung ein Ende. Der Platz des Himmlischen Friedens im Stadtzentrum von Peking, wo sich über 100 000 Menschen versammelt haben, wird mit Panzern und Militärfahrzeugen regelrecht überrollt. Inoffiziellen Schätzungen zufolge kommen 3600 Zivilisten ums Leben, etwa 60 000 Menschen werden verletzt.

Die Wurzeln der Krise

Auslöser der zunächst von Studenten getragenen Protestbewegung war der Tod des früheren KP-Chefs Hu Yaobang am 15. April. Hu wurde nach den Studentenunruhen vom Dezember 1986 gestürzt und galt als Symbolfigur unerfüllter Reformhoffnungen. Die Wurzeln der politischen Krise liegen weit tiefer. China begann 1979 mit einer wirtschaftlichen Öffnung nach Westen und der Einführung stärker am Markt orientierter ökonomischer Strukturen im Innern. Diese Reformen führten zu wirtschaftlichem Aufschwung, brachten aber vor allem für die städtische Bevölkerung eher Nachteile (Inflation und Kaufkraftverlust).

Zudem weigerte sich die chinesische Führung, den wirtschaftlichen Neuansätzen auch eine politische Liberalisierung folgen zu lassen. Weil die Regierung im Zuge der Öffnung zum Westen immer mehr Studenten und Akademikern Auslandsaufenthalte gestattete, wurden verstärkt Vorstellungen von Demokratie, Mitbestimmung und Menschenrechten ins Land getragen. Die Versuche der Führung, politische Diskussionen zu unterdrücken, bewirkten das Gegenteil: Die Intellektuellen verstehen sich immer mehr als Verantwortliche einer Demokratiebewegung.

Die Lage spitzt sich zu

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