Lexikon

karbische Literatr

westindische Literatur
die Literatur der Karibischen Inseln und der drei Guyanas, die in den Sprachen der ehemaligen Kolonialmächte (Englisch, Französisch, Niederländisch, Spanisch) sowie in verschiedenen Kreolsprachen der schwarzafrikanischen Sklaven und ihrer Nachkommen abgefasst ist. Eine eigenständige Literatur entstand in der Karibik erst im 20. Jahrhundert. Während die Kolonialherren im 17. und 18. Jahrhundert literarische Bemühungen ihrer aus Schwarzafrika stammenden Sklaven zu verhindern wussten, orientierten sich die karibischen Autoren im 19. Jahrhundert vorwiegend an europäischen Strömungen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand eine Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln statt: Die Sklaven und ihre Nachfahren machten ihre eigene Geschichte, die Auseinandersetzung mit Sklaverei und fortgesetzter Unterdrückung auch nach der Sklavenbefreiung zu zentralen Themen ihrer Literatur. 1914 schrieb der Jamaikaner H. G. De Lisser mit „Janes Career“ den ersten Roman der Karibik mit einer schwarzen Hauptfigur. In den 1930er Jahren fanden Dialekte und Kreolsprachen Eingang in die Literatur. In den 1960er Jahren inspirierte u. a. die kubanische Revolution von 1958 karibische Autoren zur Wiederentdeckung ihres kulturellen Erbes: Sie schufen Prosa im eigenen Dialekt, ihre Religion und ihre Musik lieferten neue Themen, und letztere verlieh der Literatur einen eigenen, musikalischen Rhythmus und neue Formen, z. B. in „Bruder Mensch“ 1954, deutsch 1967, von R. Mais. Zur Jahrtausendwende zählten W. Harris, J. Hearne, E. Lovelace, E. A. Mittelholzer und V. S. Naipaul (Literatur-Nobelpreis 2001) zu den bedeutendsten Romanautoren der Karibik, herausragende Lyriker waren E. Brathwaite und der Literatur-Nobelpreisträger von 1992, D. Walcott, der zudem erfolgreiche Dramen und Lyrik verfasste.
Sozialkritische Romane über Leben und Brauchtum schufen für den französischsprachigen Raum u. a. J. Roumain, für den englischsprachigen C. L. R. James und A. H. Mendes und für den spanischsprachigen N. Guillén.
Rheuma
Wissenschaft

Therapie nach Maß

Immer mehr Studien zeigen: Das Geschlecht beeinflusst den Krankheitsverlauf, die Diagnose und den Therapieerfolg bei Rheuma. Muss die Erkrankung bei Männern und Frauen unterschiedlich behandelt werden? von ALINA WOLF Chronische Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Erschöpfung: Für die rund 17 Millionen Menschen mit Muskel-Skelett...

Hirsch, Geweih
Wissenschaft

Bewaffnet die Stirn bieten

Horn oder Geweih: Wer trägt was und warum, und woraus besteht der Stirnaufsatz? Eine kleine zoologische Kopfschmuckkunde. von CHRISTIAN JUNG Auf dem Kopf des männlichen Hirschs sitzt ein spitzes Geweih – ein Kopfschmuck, der mit zunehmendem Alter durch Pracht und Größe beeindruckt. In Szene gesetzt durch entsprechendes...

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon