Großes Wörterbuch der deutschen Sprache
Stil
Stil1.
Schreibart, Ausdrucks–, Mal–, Kompositionsweise usw. (eines Künstlers), Gepräge (eines Kunstwerks, Bauwerks, einer Zeit);
Erzähl~, Mal~, Bau~, Renaissance~; einen guten S. schreiben
2.
Technik, Verfahren
(Schwimm~)
3.
Art, Form
(Lebens~); die Sache hat S.
die Sache hat eine angemessene Form
[<
lat.
stilus
„Griffel (zum Schreiben)“, übertr. „das Schreiben, Abfassen, Schreibart, Ausdrucksweise“]Stil:
Das Wortstammt ursprünglich aus dem Griechischen, woder Ausdruck für einen angespitzten Holzpfahl war. Das lateinische Wortbezeichnet zum einen den Griffel oder den Schreibstift, mit dem das Wachs auf den Schreibtafeln geritzt wurde (davon ist das deutsche Wort „Stiel“ abgeleitet) und zum anderen bedeutet es die Art und Weise des Schreibens. Auf den Zusammenhang von Form und Inhalt hob schon die antike Rhetorik mit der Forderung ab, dass jeder Stoff die ihm entsprechende Darstellungsform haben müsse. Im Lauf der Jahrhunderte wurde der Begriff auch auf andere Themenfelder übertragen und erlangte in der Renaissance seine heutige Bedeutung. Jetzt spricht man in der Kunst vom romanischen oder gotischen, bezeichnet Empire genauso wie Art déco als. Ein Skispringer kann seinenebenso verändern wie ein Schriftsteller. Von einem Menschen der sich bei jeder Gelegenheit formvollendet benimmt, heißt es, erGenauso kann man feststellen, dass zum Beispiel ein bestimmtes Kleid nicht zumeiner Person passt. Und wenn man einen anderen hereinlegt, dann ist dasEine Zigarettenreklame lautete schließlich einmal „Geschmack“. Aus demist nicht zuletzt unter dem Einfluss des Englischen dergeworden im Sinn von„modischer Lebensstil“. In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts ist dazu das englische Verbzueingedeutscht worden. Es steht für „ansehnlich, modisch zurechtmachen“, „ein modisches Image schaffen“ oder umgangssprachlich „aufmotzen“.
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