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wissen.de Artikel

Sturm-Katastrophen in Deutschland

 

Hamburg 1962:

Sturmflut in Hamburg

In der kalten Jahreszeit können die Temperaturgegensätze zwischen polarer Kaltluft und subtropischer Warmluft schwere Sturmfluten auslösen.

Im Februar 1962 wurde Hamburg von der schwersten Sturmflutkatastrophe seit über 100 Jahren heimgesucht. Über der Nordsee hatte sich ein → Orkan gebildet, der aus nordwestlicher Richtung auf die Deutsche Bucht zog. Er trieb große Wassermassen auf die Küste zu, die dann in die Elbmündung gepresst wurden. 40 Millionen Kubikmeter Wasser ergossen sich allein in den Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg, der am stärksten betroffen war.

Ein Fünftel der Fläche des Stadtstaates Hamburg wurde überschwemmt. Mehr als 300 Menschen kamen ums Leben, die Sachschäden gingen in die Milliarden. Etwa 75  000 Personen wurden obdachlos. Durch die ufernahe Lage der Versorgungsbetriebe brach die Energieversorgung nicht nur in den überschwemmten Stadtteilen, sondern in der ganzen Stadt zusammen. Der Stadtteil Wilhelmsburg war in der Nacht zum 17. Februar in den Fluten versunken. Orkane mit verheerenden Sturmfluten sind an der Nordsee nicht ungewöhnlich. Dass sich ein Sturmtief bildet, ist rein zufällig. Die Stürme treten jedoch stets im Herbst oder Winter auf, wenn die Temperaturgegensätze zwischen polarer Kaltluft und subtropischer Warmluft am größten sind. Für die Nordseeküste sind innerhalb von 20 Jahren fünf schwere Stürme wahrscheinlich. Man kann also durchschnittlich alle vier Jahre mit einem starken Orkan rechnen.

Vivian und Wiebke 1990:

Die Spuren von “Vivian“

Vor allem in den Wäldern verursachte der Wintersturm ungeahnte Verwüstungen.

Von Anfang Januar bis Anfang März 1990 zogen neun Orkantiefs über Mitteleuropa. Die heftigsten waren "Vivian" und "Wiebke". Sie richteten verheerende Schäden an. Vor allem in den Wäldern verursachten sie ungeahnte Verwüstungen. In Deutschland fällten sie 60 Millionen Kubikmeter Holz. Das entsprach einem Einschlag von zwei Jahren. Besonders betroffen waren Hessen und Bayern. Man sprach vom Jahrhundertschaden. Die Lehre: Bei der Wiederaufforstung wurde auf Nadelholz-Monokulturen verzichtet, denn kahle Laubbäume geben den Winterstürmen weniger Angriffsfläche. Doch auch Straßen wurden durch umgeworfene Bäume unpassierbar, Bahnlinien lahmgelegt und unzählige Dächer abgedeckt. Über 100 Menschen kamen ums Leben. Die Schäden traten aber nicht flächenhaft auf, sondern waren auf Bereiche mit Spitzenböen konzentriert.

Lothar:

Zugbahn von Sturm “Lothar“

Die Zahlen geben die Luftdruckverhältnisse wieder.

Am 26. Dezember 1999 zog über Frankreich und Deutschland ein Orkantief namens “Lothar“ hinweg. Die hohen durchschnittlichen → Windgeschwindigkeiten und die orkanartigen Böen richteten nicht nur in diesen Ländern gewaltige Schäden an. Auch in der Schweiz, Österreich und Tschechien tobten Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 km/h. Besonders schwere Schäden richtete der Orkan in Paris an. Die Pariser Flughäfen wurden zeitweise geschlossen. Am Flughafen Orly wurden Böen mit einer Geschwindigkeit von 173 km/h gemessen. In den bekannten Pariser Waldgebieten Bois de Vincennes und Bois de Boulogne wurden etwa 140 000 Bäume stark beschädigt oder umgeworfen. In einzelnen Gebieten Frankreichs und Deutschlands kam es zum Stromausfall. Umgestürzte Bäume sorgten für Unterbrechungen im Schienen- und Straßenverkehr. Doch nicht nur am Boden rasten die Winde über Europa, sondern auch in der Höhe. In 9 km Höhe wurden mittlere Windgeschwindigkeiten von 400 km/h aus westlicher Richtung gemessen, die manches von Nordamerika nach Mitteleuropa fliegende Flugzeug deutlich schneller als sonst zu seinem Zielflughafen gelangen ließen. Bei diesem Sturm kamen etwa 60 Menschen ums Leben.
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