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In Aktien investieren: Darauf kommt es an!

Symbolbild Aktienhandel

unsplash.com / Joshua Mayo

Möglichkeiten, sein Geld anzulegen und nicht nur auf der Bank an Wert verlieren zu lassen, gibt es viele. Aktien sind als Geldanlage in Deutschland, wie auch im Rest der Welt, immer beliebter geworden. Mittlerweile können sich über 12,1 Millionen Menschen in Deutschland als Aktionäre bezeichnen. Die Aktienquote im Jahr 2020 lag dabei, auf die gesamte Bevölkerung bezogen, in Deutschland bei rund 17,5 %. Ein Aktiendepot ermöglicht einem das einfache investieren und Geld verdienen für zwischendurch.

Was sind Aktien?

Zum Anfang muss geklärt werden, was man unter Aktien überhaupt versteht. Unter Aktien versteht man dabei Anteile an einer Aktiengesellschaft (AG) oder einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Hierbei sind beide Gesellschaften als Kapitalgesellschaften zu verstehen und werden somit als juristische Personen bezeichnet. Das spielt vor allem bei der Haftung eine große Rolle, da dabei nur das Grundkapital haftet und nicht die Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen.

Zusätzlich unterliegen juristische Personen den Vorschriften des Aktiengesetzes in Deutschland. Das Grundkapital von AGs und KGaAs ist hierbei in Aktien unterteilt. Diese lauten auf einen Nennwert, wie man es in der Fachsprache nennt, und verbriefen einen bestimmten Anteil der Gesellschaft.

Ein weiterer Unterschied in den Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften besteht darin, dass deren Aktien an der Börse notiert sein können, es aber nicht müssen. Frei handelbar für alle sind dabei nur Aktien, die an der Börse notiert sind. Weit verbreitet sind allerdings eher Aktiengesellschaften an der Börse. Seltener sind Kommanditgesellschaften auf Aktien zu finden.

Was ist eine Dividende?

Aus Anlegersicht ist die Dividende die Verzinsung des angelegten Kapitals. Der Anleger hat durch seine Aktien ein Recht auf eine Dividende. Diese und die Verteilung des Ergebnisses des Vorjahres wird einmal jährlich in der Hauptversammlung aller stimmberechtigten Aktionäre bestimmt. Die Stimmberechtigten-Aktionäre bilden dabei die Inhaber von Stammaktien ab.

Im Gegensatz dazu stehen die Vorzugsaktien, die von einigen Unternehmen angeboten werden. Während die Stammaktien den Aktionären eine Stimmberechtigung geben, gewähren die Vorzugsaktien keinen. Sie erhalten dafür eine etwas höhere Dividende.

Warum überhaupt Aktien kaufen?

Anleger kaufen nicht nur Aktien wegen ihres Dividendenanspruchs, der in Deutschland bei den Blue-Chip-Aktien meist über 4 % liegt und somit die fast altertümliche Anlage auf der Bank um Längen schlägt. Zudem sind Käufer auch an dem „inneren Wert“ und der Chance auf Wertsteigerung der Aktie interessiert und entscheiden sich daher zum Kauf.

An der Börse unterscheidet man außerdem zwischen Nennwert und Kurswert, wobei Aktien immer zum Kurswert gehandelt werden. Dieser Preis der Aktie setzt sich auch Angebot und Nachfrage zusammen und hat dabei meistens erhebliche Schwankungen. Ein ständiger Kurswechsel an der Börse ist somit völlig normal und ein Punkt, den man ganz genau im Auge behalten muss.

Vor allem bei kurzfristigen Investitionen in Aktien ist dieser Punkt besonders wichtig. Wobei die genauen Faktoren Angebot und Nachfrage und somit der resultierende Kurs noch immer ungewiss ist und selbst die Profis immer wieder vor Herausforderungen stellt. Diese Hürde stellt sich auch Anfängern, aber kann durch langfristige Investments, also Vermögensanlagen umgangen werden, da es da keinen wirklich falschen Kurs zum Einsteigen gibt.

Voraussetzungen für die Geldanlage in Aktien

Wenn man in Aktien investieren möchte, sind dafür ein Depot und ein Verrechnungskonto bei einer Bank vonnöten. Diverse Banken bieten heutzutage ein kostenloses Depot an. Den Unterschied machen häufig die Ordergebühren, die bei einigen Depotbanken anfallen können. Also auch hier Augen auf!

Bevor man mit dem ersten echten Geld investiert, sollte man sich außerdem Demokonten oder Musterdepot zunutze machen und erste Erfahrungen damit sammeln. Im Internet sind viele verschiedene Börsenstrategien zu finden, mit denen man mit solch einem Konto experimentieren und sich vertraut machen kann. Zusätzlich bekommt man ein Gefühl für die Kursschwankungen.

Heutzutage ist der Vergleich von fast allen denkbaren Dingen im Internet möglich, so auch der von verschiedenen Online-Depotbanken. Hier ist viel Zeit nötig, damit man nicht sein Geld bei der erstbesten Bank deponiert und darüber handelt. Oft spielt mehr als nur der günstigste Preis eine Rolle. Das Gesamtpaket sollte stimmen und auf die eigenen Anforderungen passen.

Wo werden Aktien gehandelt?

Börsennotierte Aktien von AGs oder KGaAs werden entweder an deutschen oder internationalen Börsen gehandelt. Dabei können Anleger in Deutschland wochentags an vielen verschiedenen Börsen, wie Stuttgart, Frankfurt, Tradegate, Xetra oder Berlin handeln. Zu beachten sind die unterschiedlichen Gebühren, die dabei anfallen können. Diese sind bei den Online-Banken oft im Preis-Leistungs-Verzeichnis zu aufgeführt.

Eine andere Möglichkeit ist der außerbörsliche Handel mit Wertpapieren. Bei dieser Alternative kauft man Aktien direkt bei der eigenen Bank, bei der man sein Depot hat. Die Möglichkeiten sind dabei dieselben, wie man seine Bank sonst auch kontaktieren kann; neben einem Onlinezugang steht im Normalfall auch eine Telefonnummer oder der persönliche Kontakt zu Verfügung. Der Online-Handel im Digitalen in oft schneller und deutlich kostengünstiger, als der bei einer Filialbank. Dort ist der Handel in der Regel unter der Woche zwischen 8 und 22 Uhr möglich.

Einsteigeraktien

Für den ersten Kauf von Aktien empfiehlt sich das Orientieren am DAX Wert und eine Konzentration auf Regionen und Märkte, deren Wirtschaft und Verlauf man gut kennt.

Der DAX enthält dabei die größten 30 deutsche, an der Frankfurter Börse notierten Unternehmen. Diese weisen die größte Marktkapitalisierung und zusätzlich den höchsten Börsenumsatz auf. Diese Aktien werden auch „Blue-Chip“-Aktien genannt und bietet einen guten Ausgangspunkt für Anfänger, um in den Handel an der Börse einzusteigen.

Für Aktionäre, die sich für den internationalen Markt interessieren, haben auch die Möglichkeit ausländische Aktien zu erwerben. Auch auf diesem Markt gibt es „Blue-Chip“-Aktien, auf die man sich zunächst konzentrieren sollte. Der Leitindex der USA, analog zum deutschen DAX, ist der S&P 500, der die 500 größten US-Unternehmen abdeckt.

Aktiensparpläne

Die Alternative zum direkten Kauf von Aktien ist die Erstellung eines Aktiensparplans oder eines Aktienfondssparplans. Solch ein Sparplan bietet den Vorteil, dass man einmal einen Dauerauftrag erteilt, welcher in einem zuvor festgelegten Intervall zu einem beliebigen Tag ausgeführt wird. Auf eine längere Sicht gesehen, hat man so die Chance, eine Kursdifferenz beim Kaufen auszugleichen, da man als Aktionär nicht zum falschen Kurs einsteigt, sondern seine Anteile an Unternehmen zum durchschnittlichen Kurs kauft und man sich so sein Depot von Monat zu Monat erweitert.

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