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Altenpflege heute – Wo soll das hinführen?

Globale Schwierigkeiten als Einzelproblem?

Immer mehr Arbeit wird auf immer weniger Kräfte verteilt - schier unmögliche Aufgaben werden dem Arbeitnehmer gestellt mit der Option: "Wenn Sie es nicht schaffen, macht es demnächst ein anderer!" Wer soll diesen Druck noch aushalten?

Gerade in der Altenpflege geht es zuweilen hoch her - negative Presse, Horror-Schlagzeilen ... Immer mehr Pflege wird auf immer weniger Personal umverteilt. Dazu kommen hohe Krankenstände, aus denen eine nicht geringe Mehrbelasstung und Überstunden resultieren. Wenn ein zu Pflegender "außer der Reihe mal zur Toilette muss, ist das manchmal ein fast nicht zu bewältigender Notfall", dann bricht die ganze Organisation zusammen. Solche Zustände sind kaum zu bewerkstelligen, dabei soll doch gerade in diesem Beruf die Menschlichkeit an erster Stelle stehen.

Wer nicht funktioniert, der wird aussortiert. Der ist eben nicht "stark genug", der hat ein Problem. Nicht das System wird kritisiert, sondern der einzelne, der es mal wieder nicht ausgehalten hat. Eine nicht enden wollende Schlacht in der jeder nur verlieren kann - und ich frage: "Wann hört dieser Wahnsinn endlich auf!?" Diese Gesellschaft sollte sich fragen, was uns die Alten wert sind. Was ist uns gute Pflege wert und wer kann gute Pflege leisten, wenn er selber am Ende seiner Kräfte ist?


Hier muss ganz klar umgedacht werden. Ein sozialer, menschlicher Beruf erstickt in der organisatorischen Papierhölle, und die Quintessenz dieses Berufes wird einfach "wegadministriert". Für Menschlichkeit bleibt auf beiden Seiten keine Luft mehr und die motivierten Pflegekräfte geben nach durchschnittlich 5 Jahren entkräftet auf, nehmen ihren Hut und kapitulieren. Schade!

von Juliane Engels; Dortmund
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