Wissensbibliothek
Worum wettet Mephisto mit Gott?
Die der Handlung des ersten Teils (1808) vorangestellten Szenen – Zueignung, Vorspiel auf dem Theater und Prolog im Himmel – führen als wichtigstes Motiv die Wette um Fausts Seele zwischen Gott und Teufel ein (»Was wettet ihr? Den sollt ihr noch verlieren«).
In der Anfangsszene im Studierzimmer rekapituliert der Doktor Faust sein vergebliches Trachten, das Weltgeheimnis mithilfe von Wissenschaft und Magie zu entschlüsseln. Seinen Entschluss, sich umzubringen, revidiert er zwar unter dem Eindruck der Glocken, die das Osterfest einläuten; nach dem Osterspaziergang wird er sich aber wieder des Zwiespalts von Intellekt und Sinnlichkeit bewusst: »Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust.« Diesen Konflikt verspricht nun Mephistopheles durch das Angebot unbegrenzter sinnlicher Lebenserfahrung zu lösen – gegen das Unterpfand der Seele. Der mit Blut besiegelte Pakt erhält durch eine Zusatzklausel, die Faust fordert, wieder den Charakter einer Wette: »Werd' ich zum Augenblicke sagen: / Verweile doch! Du bist so schön! / Dann magst du mich in Fesseln schlagen, / Dann will ich gern zu Grunde gehn!« Daraus erwächst der wesentliche Spannungsbogen des Dramas.
Entspannt im Großstadtdschungel
Lärm, dichte Bebauung, schlechte Luft – der Alltag in der Großstadt erzeugt Stress. Dagegen helfen neue Konzepte von Stadtforschern und Umweltpsychologen. von EVA TENZER Seit 2008 leben weltweit mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Und die Urbanisierung schreitet voran. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO...
Fehlende Materie entdeckt
Seit Jahrzehnten fahnden Astrophysiker nach Atomen im Universum, die theoretisch existieren müssen, bislang aber unauffindbar geblieben sind. Beobachtungen mit dem Röntgenteleskop eROSITA haben das Rätsel wohl gelöst. von THOMAS BÜHRKE Das Weltbild hat im vergangenen Jahrzehnt mit dem Standardmodell der Kosmologie eine...