Wissensbibliothek
Welche politische Tragweite entfaltete das Buch bei seinem Erscheinen?
Das Erscheinen von »Archipel GULag« hat in zweierlei Hinsicht weit reichende Reaktionen hervorgerufen. Zum einen sahen sich die sowjetischen Machthaber nach der Veröffentlichung dazu veranlasst, Solschenizyn aus der UdSSR auszuweisen, womit sie seine Darstellung der Sowjetunion als Unrechtsstaat schlechthin bestätigten. Zum anderen hat dieses Buch das Bild der Sowjetunion im Westen nachhaltig geprägt: Die einen wurden in ihrer ablehnenden Haltung gegenüber dem Kommunismus bekräftigt, der die Menschenrechte nicht erkämpft, sondern mit Füßen getreten habe; die anderen, die zuvor mit Moskau sympathisiert hatten, mussten in der Folge mit dem Verlust einer großen Utopie fertig werden.
So viel Wirkung in außerliterarischen Bereichen hatte ein Buch selten; der »Archipel GULag« hat gezeigt, was Literatur immer noch zu leisten imstande ist. So ist Alexander Solschenizyns Monumentalwerk vielleicht nicht in literarischer Hinsicht, sicher aber weltpolitisch eines der wichtigsten Bücher des vergangenen Jahrhunderts.
Südlicher Ozean nimmt mehr CO2 auf als gedacht
Der Ozean um die Antarktis ist eine wichtige Senke für Kohlendioxid. Neue Messungen zeigen nun, dass er wahrscheinlich sogar noch größere Mengen des Treibhausgases speichert als bisher angenommen. Während frühere Angaben üblicherweise auf indirekten Schätzungen beruhten, haben Forschende nun den CO2-Austausch zwischen Luft und...
Wenn Forschende Geschichten erzählen
Experimentelle Forschung braucht Geld. Dafür müssen die Forschenden in aller Regel über Projektanträge sogenannte Drittmittel bei öffentlichen oder privaten Förderorganisationen beantragen – beispielsweise bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Dort werden die Anträge von Fachkollegen begutachtet, die nachfolgend das...