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Die Kultusministerkonferenz – Tafelrunde der Bildungsmanager?

Ist es heute für Gymnasiasten noch entscheidend, Schillers “Glocke fehlerfrei zu rezitieren oder den Zitronensäurezyklus erklären zu können? Oder ist es nicht wesentlich sinnvoller, sich im Fach Informatik mit den neuesten Computersprachen zu beschäftigen? Mit einigem Recht werfen viele die Frage auf, warum sich ein Realschüler noch mit Kopfrechnen herumschlagen muss, wenn doch ohnehin in jedem Betrieb mit dem Taschenrechner gearbeitet wird. Wer bestimmt, was an deutschen Schulen unterrichtet wird?

Wer legt in Deutschland fest, was Bildung ist?

Der Unterrichtsstoff an deutschen Schulen ist von Bundesland zu Bundesland verschieden.
dpa

Ob Literatur, Informatik oder Musik was Schüler in diesen und anderen Fächern lernen sollen, das ist in der Bundesrepublik Deutschland Sache der Bundesländer. Die einzelnen Kultusministerien bestimmen, ob ein Abiturient heute noch wissen muss, dass Theodor Fontane “Frau Jenny Treibel geschrieben hat oder ob ein Realschüler die Grundlagen der EDV beherrschen sollte. Weil die Länder diese im Grundgesetz verbriefte Kulturhoheit besitzen, entscheiden sie innerhalb ihrer Grenzen selbst, was Abc-Schützen, Hauptschüler, Abiturienten oder auch behinderte Schüler lernen müssen.

Damit Schüler innerhalb der Bundesrepublik aber Vergleichbares lernen übernimmt die Kultusministerkonferenz (KMK) seit 1949 dem Gründungsjahr der Bundesrepublik Deutschland Aufgaben im Bereich Länder übergreifender Koordination und Vereinheitlichung.

Der Kultusministerkonferenz gehören die Kultusminister der 16 Bundesländer an. Die Konferenz wird jeweils ein Jahr lang von einem Präsidium, das aus einem Präsidenten und zwei Vizepräsidenten besteht, vertreten. Dagmar Schipanski (CDU), Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Thüringen, steht der Konferenz derzeit als Präsidentin vor.

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