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Im Interview: Rebecca Casati

Rebecca Casati gilt als umgängliche Gesprächspartnerin: Sie ist kompetent, offen und neugierig, wenn es darum geht, Fragen zum aktuellen Roman Hey, Hey, Hey und seiner Entstehungsgeschichte zu beantworten. Gegenüber der Welt erklärte die hübsche Wahl-Münchnerin: “Ich kann besser zuhören als reden.“ Das ist natürlich ein Understatement, wie wir im Gespräch mit Casati feststellen konnten. Denn im exklusiven wissen.de-Interview entspann sich ein packender Dialog über moderne Lebensentwürfe, den Begriff der Popliteratur und die Vorliebe für englischsprachige Autoren.

Lebensentwurf im Zeichen der Amoral

Wie kam es zur Idee für den Roman?

Die Idee war, einen Lebensentwurf zu beleuchten: Jeder Mensch hat für sich gewisse Maßstäbe, von denen man manche gebrauchen kann und manche eben auch nicht. Diese Maßstäbe und Werte dienen immer einem Zweck, das heißt: sind entweder moralischer Natur oder amoralischer Natur. Im Falle von Hey, Hey, Hey sind sie eindeutig amoralischer Natur, der Ich-Erzähler hat sich für einen hedonistischen Lebensentwurf entschieden.

Viel diskutiert worden ist die Frage der Perspektive: Warum schildern Sie Hey, Hey, Hey aus Sicht eines Mannes - und nicht aus Frauenperspektive? Weil es zu naheliegend gewesen wäre bzw. immer wieder die beliebte Germanisten-Frage nach dem autobiographischen Anteil aufgekommen wäre?

Das hatte damit nichts zu tun. Die Perspektive erklärt sich durch die Geschichte selbst - bzw. durch die fehlenden Eigenschaften, die der Erzähler hat: Es geht ihm ja vor allem darum, seine fehlende Biografie über diese Mädchen zu konstruieren, er fühlt sich ja wie ein unbeschriebenes Blatt. Insofern wäre es fast egal, ob man diese Geschichte nun aus der weiblichen oder männlichen Perspektive erzählt - allerdings machte die männliche doch einfach mehr Sinn für sein Vorhaben.

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