Aufschwung bis 2008
Ob Einzelhandel oder Baugewerbe, Großhandel oder verarbeitendes Gewerbe: die Wirtschaft bewertet ihre Lage derzeit deutlich positiv. Der Geschäftsklima-Index des renommierten Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) ist von Mai bis Juni von 105,7 auf 106,8 Punkte gestiegen. Das ist das höchste Niveau seit dem Boom der Wiedervereinigung im Februar 1991. Und ein Ende des Trends scheint derzeit nicht in Sicht. Die Münchner Wirtschaftsforscher prognostizieren für 2007 ein weiteres Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent – nach 1,8 Prozent für dieses Jahr. Bis 2008 werde der Aufschwung, der beträchtlich an Breite gewonnen habe, halten, so die Experten.
Konsumlaune steigt
Das sonnige Konjunkturklima spiegelt sich derzeit auch in der Konsumlaune und den Arbeitsmarktzahlen. Wie das Marktforschungsunternehmen der GfK-Gruppe diese Woche in seiner Konsumklimastudie mitteilte, erreicht die Bereitschaft der Deutschen zu größeren Anschaffungen monatlich neue Rekordwerte. Der entsprechende Index kletterte im Juni um 4,4 auf 54,2 Punkte – das ist der höchste Stand seit 1980. Zum Stimmungsanstieg beigetragen hat, laut Experten, vor allem zweierlei. Zum einen der Wunsch der Konsumenten, größere Anschaffungen noch vor der Mehrwertsteuererhöhung am 1. Januar 2007 (von 16 auf 19 Prozent) zu erledigen; zum anderen die positive Grundstimmung durch die Fußball-WM. Und Letzteres betrifft nicht nur die Brauereien, die während der WM Rekordumsätze erzielen.
Arbeitsmarktlage entspannt
Auch der Arbeitsmarkt verzeichnet im Juni einen erfreulich positiven Trend. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) bekannt gab, ist die Arbeitslosenzahl im Juni um rund 138.000 auf 4.397.000 zurückgegangen. Gegenüber der Arbeitslosenzahl im Vorjahr bedeutet das einen Rückgang von immerhin 383.000. Damit liegt die Arbeitslosenquote zurzeit bei 10,5 Prozent. „Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist wieder auf Vorjahresniveau, die Arbeitslosigkeit sank stärker als in einem Juni üblich, und die Nachfrage nach Arbeitskräften in den Außenberufen ist weiter groß“, erklärte BA-Vorstandsvorsitzender Frank-Jürgen Weise die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Dazu beigetragen habe allerdings auch die intensivere Betreuung der Arbeit suchenden und der Einsatz von Ein-Euro-Jobs. Wie auch immer: Die Stimmung ist gut wie nie – und der Sommer einer der wärmsten der letzten Jahrzehnte..
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