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Fastest du schon oder schlemmst du noch?

Von der ursprünglichen bis zur modernen Auffassung der Fastenzeit

Die Fastenzeit hat begonnen. Über die Hälfte der Deutschen will auch dieses Jahr wieder 40 Tage lang verzichten. Viele wollen sich lediglich das Naschen verkneifen. Weitaus weniger ernähren sich während dieser Zeit nur von Wasser und Brot oder ausschließlich von Fruchtsäften. Doch wie sah dieser Brauch ursprünglich aus? Und wie ist er zu dem geworden, was er für die meisten heute ist: Ein Verzichten auf luxuriöse Extras, wie Schokolade, Chips, Alkohol und Fernsehen?

 

Trockenes Brot und Wasser
Trockenes Brot und Wasser

Am Aschermittwoch beginnt jedes Jahr die Fastenzeit und dauert bis Ostern. Die Gläubigen sollen in dieser Zeit bewusst Verzicht üben, sich besonders dem Gebet widmen und an ihre Nächsten denken. Sie sollen Buße tun und sich so auf Ostern, das höchste christliche Fest, einstellen. Bereits seit Beginn des vierten Jahrhunderts verzichten Christen während der Fastenzeit. Damals jedoch nur auf Fleisch und Wein. Später dann auch auf Milch, Butter, Käse und Eier. Und sie begnügten sich mit einer Mahlzeit am Tag. Ausgenommen war lediglich der heilige Sonntag.

Nur, wer es sich leisten konnte, überbrückte die Fastenzeit mit Leckereien wie Kabeljau, gekochten Seekrabben und Thunfischauflauf, denn Fisch war erlaubt. Und wer konnte es sich zu der damaligen Zeit leisten? Es waren die Kirchenoberen, wie etwa die Kardinäle, die in der Fastenzeit nicht wirklich Verzicht üben mussten.

Vom Einfallsreichtum der einfachen Leute

Doch auch die einfachen Leute fanden angeblich den ein oder anderen Weg, das von der kirchlichen Obrigkeit verordnete und streng überwachte Fasten zu umgehen. So erzählt man sich heute, dass die Brüder des Klosters Maulbrunn damals während der Fastenzeit ein Stück Fleisch geschenkt bekamen. Sie wollten nicht, dass es verdirbt. Also hackten sie das Fleisch kurzerhand klein und mischten einige Kräuter darunter. Dann versteckten sie den fleischigen Brei in kleinen Teigtaschen und warfen diese in die Fastensuppe. Und schon waren sie erfunden, die "Herrgotts B'scheißerle", die wir heute noch als schwäbische Maultaschen kennen.

Aber es ranken sich noch mehr Geschichten um den recht phantasievollen Ideenreichtum der Menschen zu der damaligen Zeit. In manchen Klöstern sollen Spanferkel in den Brunnen geworfen, wieder herausgezogen und dann zubereitet worden sein. Mit der Begründung sie seien Fisch. Ein Abt soll sogar einmal ein Spanferkel zu einem Karpfen getauft haben. Gerne haben die Menschen auch das Fleisch einfach püriert und in eine Fischform gebracht, wie man sich erzählt.

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