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LEXIKON

achtjähriges Gymnasium

G8; Turbo-Abi; Turbo-Abitur
die in den meisten Bundesländern eingeführte Verkürzung der gymnasialen Schulzeit von neun auf acht Jahre, mit Ausnahme derjenigen ostdeutschen Bundesländer, in denen das Abitur nach 12 Jahren seit langem etabliert ist, und der Bundesländer Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, in denen eine Verkürzung von sieben auf sechs Jahre erfolgt, weil hier die Grundschulzeit bis zur 6. Klasse geht. Die Umstellung erfolgt nicht einheitlich, sondern wird von den einzelnen Bundesländern unterschiedlich umgesetzt. 14 der 16 Bundesländer haben bereits verkürzt, ab dem Schuljahr 2008/2009 folgen Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Als Hauptargument für die Verkürzung dient die Chancengleichheit deutscher Schüler im internationalen Wettbewerb mit einer aufgrund der langen Ausbildungszeiten verbundenen Benachteiligung. Seit Einführung ist das achtjährige Gymnasium heftig umstritten, Gründe sind eine vorschnelle und konzeptionslose Einführung, Beibehaltung aller Unterrichtsinhalte, hoher Lern- und Leistungsdruck und hohe Stundenbelastung, ein Fehlen von Ganztagsschulen mit Mensaversorgung u. Ä. Aufgrund der massiven Kritik beschloss die Kultusministerkonferenz 2008 erste Veränderungen: Nachbesserung von Lehrplänen, verstärkte Hilfe für Schulen bei der Organisation, Ausbau der Gymnasien zu Ganztagsgymnasien.
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