Lexikon
armẹnische Musik
die Musik des armenischen Volkes. Sie umfasst eine reiche Volksmusiktradition, Kirchenmusik und eine an europäischen Vorbildern geschulte Kunstmusik. Ein wesentlicher Grundzug der armenischen Musik ist der monodische, d. h. einstimmige Aufbau ihrer Melodien. Die armenischen Volkslieder wurden besonders von dem Geistlichen K. Vardapet (1869–1935) gesammelt. Sie spiegeln dörfliche Lebensformen wider und umfassen u. a. Arbeitslieder, Hirtenmelodien, Liebes-, Tanz- und Kinderlieder. Begleitet werden sie traditionell von Flöten, Dudelsäcken und Kurzoboen. Die Tradition wandernder Berufsmusiker lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Die Sänger deklamierten u. a. umfangreiche Epen, die mündlich weitergegeben wurden. Die armenische Kunstmusik wurde im 19. und 20.Jahrhundert von Komponisten begründet, die z. T. in Russland und Westeuropa studiert hatten. Sie entwickelten durch die Zusammenführung traditioneller Stilelemente mit europäischen Formen eine eigenständige armenische Musiksprache. Zu den bedeutenden armenischen Komponisten gehören A. Spendiarov (1871–1928) sowie im 20. Jahrhundert der international erfolgreiche A. Chatschaturjan (1903–1978), daneben E. Oganesyan (1930–1998), A. Terteryan (1929–1994) und T. Mansuryan (* 1939). Die armenische Kirchenmusik umfasst eine große Zahl von Hymnen und Kanones, die textlich den biblischen Oden und Psalmen nahe stehen und in einem besonderen armenischen Notationssystem (Neumen) überliefert sind.
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