Lexikon

Bạllaststoffe

von menschlichen Verdauungsenzymen größtenteils nicht aufspaltbare und daher unverdauliche Bestandteile der Nahrung ohne Nährwert, die für die normale Darmtätigkeit gleichwohl unentbehrlich sind. Chemisch handelt es sich vor allem um Cellulose, Hemicellulose, Pektine, Pflanzenschleime, Lignin u. a. Aufgrund ihres hohen Wasserbindungsvermögens quellen Ballaststoffe. So vergrößern sie als „Füllmasse“ das Stuhlvolumen und bilden den physiologischen Reiz für eine normale Darmperistaltik und ermöglichen so die normale Darmpassage und -entleerung. Die Zunahme des Stuhlvolumens führt zu einem weicheren Kot und verringert die Gefahr der Divertikel- und Hämorrhoidenbildung. Gleichzeitig erhöhen Ballaststoffe den Sättigungswert der Nahrung. Sie fördern die Kautätigkeit und damit die Absonderung von Speichel und verringern so das Kariesrisiko. Da sie Gallensäuren binden können, senken sie den Cholesterinspiegel. Sie verkürzen die Darmpassagezeit und reduzieren somit den Kontakt von möglicherweise krebserzeugenden Substanzen mit der Darmwand. Sie fördern das Wachstum der Darmbakterien und begünstigen die Zusammensetzung der Darmflora. Pro Tag wird die Aufnahme von 30 g Ballaststoffen empfohlen. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse, Salat und Obst sind reich an Ballaststoffen. Zur diätetisch-physiologischen Behandlung der sogenannten. Darmträgheit (chronischen Verstopfung) dient neben einer entsprechenden pflanzenreichen Mischkost der regelmäßige Genuss von Roggen- oder Weizen-Kleie.
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