Lexikon
belgische Kunst
Malerei
Die Stilbeziehungen zu Frankreich werden in der belgischen Malerei besonders deutlich; im Lauf der Entwicklung besannen sich die belgischen Maler jedoch immer stärker auf die flämische Tradition des 17. Jahrhunderts. Hauptthema der Malerei war im frühen 19. Jahrhundert fast ausschließlich die neuere belgische Geschichte. Der Klassizismus, beeinflusst von dem seit 1816 in Brüssel tätigen J.-L. David, fand seinen begabtesten Vertreter in François-Joseph Navez.
Die Hauptmeister einer romantisierenden Historienmalerei sind G. Wappers und Louis Gallait. Eine realistische Schule mit Malern wie Hendrik de Leys schloss sich dem Stil G. Courbets an; erst F. Rops erlangte mit sozialkritischen Werken wieder Bedeutung im Ausland. Thematisch C. E. Meunier verwandt, jedoch von harter Farbgebung sind die Werke von E. Laermans, die den sog. flämischen Expressionismus einleiteten.
Starke expressive Tendenzen, untermischt mit surrealen, finden sich auch bei J. Ensor. R. Wouters steht sowohl als Bildhauer wie als Maler dem französischen Fauvismus nahe, während die Arbeiten von C. Permeke und E. Tytgat Verwandtschaft mit dem deutschen Expressionismus zeigen. Den Surrealismus vertreten in Belgien am konsequentesten P. Delvaux und R. Magritte, die abstrakte Malerei u. a. Jean Milo, Jo Delahaut, G. Bertrand und A. Bonnet. Die belgische Grafik des 20. Jahrhunderts wurde im Ausland besonders durch die bedeutenden Holzschnittfolgen von F. Masereel bekannt. Im Bereich der Objektkunst schuf Panamarenko fantastische Flugobjekte. International beachtet ist heute die figurative Malerei von Luc Tuymans, die teils politisch-geschichtliche Themen aufgreift.
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