Lexikon
Deutsch-Französischer Krieg
1870/71, nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 und dem Deutschen Krieg 1866 der letzte der drei deutschen Einigungskriege. Napoleon III. hatte seit dem Deutschen Krieg vergeblich versucht, Kompensationen für den preußischen Machtzuwachs zu erhalten. Bismarck nutzte eine sich im Zusammenhang mit der spanischen Thronkandidatur des Erbprinzen Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen bietende Chance, um durch die Emser Depesche die Kriegserklärung Frankreichs an Preußen zu provozieren. Die mit dem Norddeutschen Bund durch Defensivbündnisse verbundenen süddeutschen Staaten sahen den Bündnisfall als gegeben an. Eine erste Phase des Krieges endete mit der Kapitulation einer französischen Armee unter General MacMahon bei Sedan am 1. 9. 1870 und der Gefangennahme Napoleons am folgenden Tag, womit aber die von Generalstabschef H. von Moltke geplante Vernichtung der Macht des Gegners noch nicht erreicht war. Frankreich führte den Krieg unter republikanischer Führung weiter, der sich nun zu einem verlustreichen Volkskrieg wandelte (fast 190 000 deutsche und französische Tote). Mit der Kapitulation von Paris am 28. 1. 1871 streckte Frankreich die Waffen. Der endgültige Friedensschluss erfolgte in Frankfurt am 10. 5. 1871. Die Einigung Deutschlands kam durch den Deutsch-Französischen Krieg und insbesondere die ProklamationWilhelms I. zum Deutschen Kaiser am 18. 1. 1871 im deutschen Hauptquartier in Versailles zum Abschluss. Der Krieg belastete, besonders durch die erzwungene Abtretung Elsass-Lothringens, das deutsch-französische Verhältnis auf Dauer; der 2. 9. wurde als „Sedanstag“ Nationalfeiertag im Kaiserreich.
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