Lexikon

Endstation Sehnsucht

  • Deutscher Titel: Endstation Sehnsucht
  • Original-Titel: A STREETCAR NAMED DESIRE
  • Land: USA
  • Jahr: 1951
  • Regie: Elia Kazan
  • Drehbuch: Tennessee Williams
  • Kamera: Harry Stradling
  • Schauspieler: Vivien Leigh, Marlon Brando, Karl Malden
  • Auszeichnungen: Oscars 1952 für Hauptdarstellerin (Vivien Leigh), Nebendarsteller (Karl Malden), Nebendarstellerin (Kim Hunter), Filmfestival Venedig 1951 für Hauptdarstellerin, Spezialpreis der Jury
Elia Kazan setzt mit seinem Filmdrama »Endstation Sehnsucht« das gleichnamige Bühnenstück von Tennessee Williams für die Leinwand um. Kazan hatte das Stück zuvor bereits für die Bühne inszeniert. Für seinen Film wählt er bis auf Vivien Leigh, die neu hinzukommt, dieselbe Besetzung wie bei der Broadway-Aufführung.
Blanche (Vivien Leigh) ist eine labile Frau, die ihr trübseliges Leben vergessen möchte. Sie stürzt sich in den Alkohol und sucht Unterschlupf bei ihrer Schwester Stella (Kim Hunter). Ihr Schwager Stanley Kowalsky (Marlon Brando), der sie mit seiner brutalen Körperlichkeit zugleich anzieht und abstößt, löst in ihr heftige Gefühlsverwirrungen aus. Blanche hofft auf eine gemeinsame Zukunft mit dem schüchternen Mitch (Karl Malden). Kowalsky zerstört ihre Bindung jedoch, indem er sie vergewaltigt. Psychisch zerstört wird sie in eine Nervenklinik eingewiesen.
In den USA erregt der Film wegen seines für die 50er Jahre außergewöhnlich offenen Umgangs mit Sexualität großes Aufsehen. Trotz der Kritik einiger Interessenverbände avanciert »Endstation Sehnsucht« bald zu einem Kultfilm.
Die theaternahe und originalgetreue Inszenierung Kazans wird zum Vorbild für viele Regisseure, die Theaterstücke für den Film adaptieren. Fast alle Szenen finden in der beengten Wohnung der Kowalskys statt, wodurch Blanches Ausgeliefertsein noch betont wird. Das Ergebnis ist ein bestechendes psychologisches Kammerspiel, das anrührt und verstörend wirkt.
Die Kritik feiert vor allem Marlon Brando als neue Entdeckung. Die Rolle des unangepassten Außenseiters, der seine Körperlichkeit nicht verleugnet, prägt Brandos Image nachhaltig. Er wird zu einem der ersten Idole für die protestierende Jugend in den 50er Jahren.
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