Lexikon
Gracchus
12. Nach Gaius Rückkehr [aus Afrika, wo er eine Kolonie gründete] war das erste, dass er vom Palatin in die Gegend am Forum zog [der Wohnort der ärmeren Schichten]. Damit wollte er seine Verbundenheit mit dem Volke zeigen ... Dann brachte er die übrigen Gesetze heraus, um über sie abstimmen zu lassen. Als aber eine gewaltige Menschenmenge aus ganz Italien zusammenströmte, um sie durchzubringen, wies der Senat den Konsul an, alle Nichtrömer aus der Stadt zu weisen. Und es erging der unerhörte, seltsame Befehl, dass kein Freund und Bundesgenosse sich in diesen Tagen in Rom aufhalten dürfe ... Als Gaius sah, wie einer seiner vertrauten Freunde von den Liktoren des Konsuls fortgeschleppt wurde, ging er vorbei, ohne einen Finger zu rühren. Er wollte nicht merken lassen, wie sein Stern im Untergehen war, oder seinen Feinden, die schon immer nach einer Gelegenheit zu Streit und Händeln suchten, keine Gelegenheit zu bieten. Auch bei seinen Kollegen machte er sich verhasst ... dadurch scheint er sich auch das dritte Tribunat verscherzt zu haben ...
13. Opimius wurde dann zum Konsul gewählt, worauf man eine Reihe von Gaius Gesetzen wieder aufhob ... Damit wollte man Gaius reizen und ihn beseitigen, falls er sich zu einem unbesonnenen Schritte verleiten lassen sollte. Anfangs ließ er sich alles ruhig gefallen; aber auf Betreiben seines Anhangs ... begann er wieder Opposition gegen den Konsul zu sammeln ... An dem Tage, an dem Opimius jene Gesetze aufheben wollte, wurde das Kapitol von beiden Parteien gleich am frühen Morgen besetzt. [Als dabei ein Liktor des Konsuls durch Gaius Anhänger getötet wurde, war Gaius] ärgerlich, weil sie der Gegenpartei ihren längst gehegten Wunsch erfüllt und sich ins Unrecht gesetzt hatten.
14. ... In der Frühe des nächsten Morgens berief der Konsul den Senat in die Kurie und beriet über die Lage ... Die Senatoren ... gaben durch ein Dekret dem Konsul Opimius die Vollmacht ... er solle nach Kräften die Stadt schützen und die Tyrannenmacht brechen. Opimius befahl den Senatoren, in Waffen zu erscheinen, und jedem Ritter, am anderen Morgen mit zwei bewaffneten Sklaven sich einzufinden."
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