Lexikon

Haft

Gefangenhaltung; Verwahrung; Freiheitsentziehung
je nachdem, ob der Gefangene allein oder mit anderen Gefangenen untergebracht ist, unterscheidet man Einzelhaft oder Gemeinschaftshaft.

Strafrecht

In Deutschland kennt man zwei Formen der Haft, die Untersuchungshaft, die zur Sicherung der Durchführung eines Strafverfahrens dient, und die Strafhaft zur Vollstreckung eines auf Freiheitsstrafe lautenden gerichtlichen Urteils. Die Untersuchungshaft ist grundsätzlich Einzelhaft, im Strafvollzug ist die räumliche Absonderung eines Gefangenen von seinen Mitgefangenen nur ausnahmsweise zulässig. Bis zur Strafrechtsreform 1969 war Haft auch die Bezeichnung für die leichteste Freiheitsstrafe, die bei Delikten von geringer Bedeutung („Übertretungen“) Anwendung fand; 1969 ist sie zugunsten der Einheitsstrafe abgeschafft worden.
In der
Schweiz
bezeichnete Haft bis 2006 die leichteste Form der Freiheitsstrafe; sie betrug mindestens einen Tag und höchstens 3 Monate und wurde in besonderen Anstalten vollzogen. Seit 2007 gibt es statt Haft, Gefängnis und Zuchthaus nur noch die einheitliche Freiheitsstrafe. Sie muss mindestens 6 Monate betragen. In
Österreich
ähnelte der (einfache) Arrest der Haftstrafe; seit Inkrafttreten der Strafrechtsreform gibt es nur noch die einheitliche Freiheitsstrafe.

Verfahrensrecht

Als Ungehorsamsstrafe kann in Deutschland Haft verhängt werden bei Zeugnisverweigerung vor Gericht und bei Ungebühr im Gerichtssaal.
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