Lexikon
japạnisch-chinesischer Krieg 1937–1945
japan. Aggressions- u. Vernichtungskrieg gegen die chines. Republik, der sich über den Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke am 7. 7. 1937 entwickelte. Nach spektakulären Anfangserfolgen, der Besetzung Nordchinas u. der Eroberung Shanghais erstrebte die japan. Armee einen Friedensschluss u. förderte dt. diplomat. Vermittlungsbemühungen. Die Regierung Konoe jedoch verzichtete im Bund mit den traditionellen Kräften von Hof u. Industrie auf eine Beilegung des offiziell als „Konflikt“ bezeichneten Krieges. Die japan. Armee vermochte weder den hinhaltenden Widerstand der nach Chongqing ausgewichenen Regierung Chiang Kai-sheks zu brechen noch die kommunist. Guerillatätigkeit zu unterbinden u. die besetzten Gebiete zu kontrollieren. Das brutale japan. Vorgehen gegen die Chinesen, das mit dem Massaker an 200 000 Zivilisten bei der Einnahme Nanjings im Dez. 1937 begann, führte zum Tod von rd. 3,2 Mio. chines. Soldaten u. rd. 5,8 Mio. Zivilisten. Angesichts dieses verlustreichen Krieges waren alle Bemühungen um eine polit. Lösung wie die Einbindung Chinas in die Neue Ordnung Ostasiens (1938) oder die Etablierung einer Gegenregierung unter Wang Jingwei (1940), zum Scheitern verurteilt. Japans sog. „Mission zur Befreiung Ostasiens“ von der Bürde des „weißen“ Mannes entpuppte sich in der Realität des Kriegsgeschehens als Propaganda u. arbeitete der kommunist. Bewegung in die Arme. Auch China (Geschichte), Japan (Geschichte).
M. B. Jansen, Japan and China: From war to peace, 1894 –1972. 1975. – L. Li, The Japanese army in northern China 1937–1941. 1975. – Tschiang Wei-kuo, Der chines.-japan. Krieg. 1986.
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