Lexikon
jüdische Kunst
Die ältesten Reste von Synagogenbauten (Galiläa) stammen aus dem 2./3. Jahrhundert n. Chr., doch sind schon für das 3. Jahrhundert v. Chr. jüdische Kultgebäude archäologisch bezeugt (Alexandria). Der Bautypus unterschied sich zunächst von dem der christlichen Basilika durch fast quadratischen Grundriss mit Bet- und Versammlungsraum als wichtigstem Teil, durch das Fehlen einer Apsis und die Ausrichtung der Eingangsfront nach Jerusalem. Die Synagogenkunst der Diaspora im Mittelalter und in der Neuzeit passte sich den jeweils herrschenden Zeitstilen an; so war die Synagoge in Worms (1034 begonnen) romanisch geprägt, die Synagogen in Prag und Krakau waren gotische Bauten. Eine eigene Entwicklung mit volkstümlich-schlichten Bauformen nahm seit dem 17. Jahrhundert der Synagogenbau in Osteuropa. Trotz aller Behinderungen entstanden immer wieder vorzüglich durchgeformte Räume, so in Toledo (1180–1200; 1366) oder Amsterdam (1676). Im 20. Jahrhundert entwarf E. Mendelsohn bedeutende Synagogen, Profanbauten und Denkmäler.
Alte jüdische Kultgeräte (Tora-Schreine und -Vorhänge, Lampen, Leuchter, Behälter u. a.) zeichnen sich meist durch eine ähnlich reiche Ornamentierung aus wie die Buchkunst, in der neben religiösen Symbolformen Tier- und Blumenmotive überwiegen.
Tora-Schrein
Tora-Schrein
Holzgeschnitzter Tora-Schrein, in dem die Tora aufbewahrt wird.
© wissenmedia
An der Entwicklung der modernen europäischen Kunst hatten Juden starken Anteil; im 18. und 19. Jahrhundert durch J. Israëls, M. Liebermann, H. von Marées, A. R. Mengs, C. Pissarro, P. Veit; im 20. Jahrhundert durch M. Chagall, N. Gabo, J. Lipchitz, E. Lissitzky, L. Meidner, A. Modigliani, L. Moholy-Nagy, C. Soutine, O. Zadkine.
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