Wahrig Herkunftswörterbuch
Kuh
die Bezeichnung für das weibliche Rind geht zusammen mit
[Info]altengl.
cu undaltfrz.
ku aufgerm.
*k(w)ou– „Kuh“ zurück; Quelle istidg.
g(w)ou– „Rind“, auf dem auchlat.
bos undgriech.
boũs „Rind“ beruhen; die ursprüngliche Bedeutung des indogermanischen Wortes ist nicht mehr nachzuvollziehen, jedoch wird eine Schallnachahmung vermutet, die sich auf das Brüllen der Rinder beziehtKuh: das geht auf keine Kuhhaut
Tiernamen sind in Redewendungen oft anzutreffen, und die Kuh macht keine Ausnahme. Sie ist der sprachliche Mittelpunkt einer Wendung, deren Herkunft besonders umstritten ist. Nicht selten hört man den Ausruf das geht auf keine Kuhhaut!, der so viel wie „das übersteigt das erträgliche Maß“ bedeutet. Vermutlich liegt hier das von historischen Kunstwerken bekannte Bild des Teufels zugrunde, der die Sünden des Menschen auf einer Kuhhaut niederschreibt. Waren zu viele Sünden zusammengekommen, so passte bzw. ging es buchstäblich auf keine Kuhhaut mehr. Tierhäute nutze man bis ins 16. Jh. als Schriftträger – die Kuhhaut ist vielen heute besser unter dem Namen Pergament bekannt. In einer anderen Erklärung der Wendung ist die Kuhhaut Teil eines Strafrituals: Hinzurichtende transportierte man in einer Kuhhaut zum Richtplatz, Ehebrecherinnen nähte man gar in die Haut ein. In diesem Falle bedeutete die Wendung, dass die Verbrechen eines einzelnen Menschen so gewaltig sind, dass man ihn mehrmals in der Kuhhaut zur Hinrichtung schleifen muss.
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