Lexikon
Kartoffel
[italienisch tartuffulo, Trüffel]
Erdapfel; Erdbirne; Grundbirne; Solanum tuberosumKartoffel
Kartoffel
Kartoffelpflanze
© wissenmedia/Rita Reiser
Kartoffel: Ernte (Ländervergleich)
| Land | 1985 | 1990 | 2005 |
| China | 26 793 | 32 031 | 73 462 |
| Deutschland | 7 9051 | 7 2331 | 11 624 |
| Frankreich | 7 814 | 6 000 | 6 681 |
| Großbritannien | 6 890 | 6 504 | 5 815 |
| Indien | 12 571 | 14 771 | 25 000 |
| Polen | 36 546 | 36 313 | 10 369 |
| Russland | 73 0002 | 63 7002 | 37 280 |
| Spanien | 5 781 | 5 399 | 2 604 |
| Ukraine | – | – | 19 462 |
| USA | 18 331 | 17 866 | 19 091 |
| Weißrussland | – | – | 8 185 |
| 1 alte Bundesländer; 2 UdSSR | |||
Die Kultur der Kartoffel beginnt im Frühjahr mit dem Auslegen der Knollen in Reihen. Die Knollen entwickeln sowohl oberirdische Triebe als auch unterirdische Ausläufer (Stolonen), deren Ausbildung durch wiederholtes Anhäufeln gefördert wird. Das oberirdische gefiederte Laub trägt trugdoldig angeordnete weiße, rosa, blaue oder blassviolette Blüten. Die grünen Beerenfrüchte sind ungenießbar, da alle oberirdischen Pflanzenteile, aber auch grün gewordene Kartoffeln das giftige Alkaloid Solanin enthalten. An den Enden der unterirdischen Ausläufer entwickeln sich als Anschwellungen die mit „Augen“ versehenen Knollen, die eigentlichen Kartoffeln.
Kartoffelfeld
Kartoffelfeld
Kartoffellegemaschine
© Netagco, Langgoens
Inhaltsstoffe und Verwendung
Die im Spätsommer geernteten Kartoffelknollen sind ernährungsphysiologisch sehr hochwertig, da sie wertvolle Proteine mit einem hohen Anteil essenzieller Aminosäuren, Vitamine (besonders Vitamin C) und wichtige Mineralstoffe (vor allem Kalium) liefern. Gleichzeitig sind sie kalorienarm, denn sie bestehen zu rd. 80 % aus Wasser und enthalten kaum Fett, aber ca. 15 % Stärke als Energielieferanten. Da Kartoffelstärke roh nur schwer verdaulich ist, müssen Kartoffeln vor dem Verzehr gekocht werden.
Nur noch etwa 1/4 der Ernte dient in Europa der menschlichen Ernährung. Außerdem werden Kartoffeln als wichtiges Futtermittel in der Schweinemast eingesetzt. Große Mengen an Kartoffeln werden technisch verarbeitet. Sie dienen als Rohstoff für die Herstellung von Stärke und Alkohol. Weitere zehn Prozent der Ernte gelangen als Saatkartoffeln auf den Markt.
Sorten
Die Zahl der Kartoffelsorten ist zwar seit den 1950er Jahren im Zuge von Massenproduktion und fortschreitender Uniformierung erheblich eingeschränkt worden, doch gibt es auch jetzt noch zahlreiche Sorten, um die verschiedenen Wünsche der Verbraucher zu erfüllen, in Deutschland ca. 150, archiviert sind jedoch über 5000 Sorten. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen nach dem Gehalt an Stärke (danach Speise-, Futter- oder Industriekartoffel), nach dem Reifetermin (früh, mittelfrüh, mittelspät, spät), nach Schalenfarben (gelb, weiß, rot, blau), Fleischfarbe (weiß, gelb, blau), Knollenform (lang, nierenförmig, halboval, oval, rund) und Resistenz gegen bestimmte Kartoffelkrankheiten. Unterschiede bestehen auch in den Kocheigenschaften; es gibt die Typen festkochend, vorwiegend festkochend und mehligkochend. Bekannte Sorten sind u. a.: Hansa, Cilena, Datura, Clivia, Grata, Sieglinde, Nicola, Bintje. Eine neue gentechnisch veränderte Sorte ist Amflora, die durch eine eingeschleuste Gensequenz eine sehr hohe Stärkekonzentration aufweist, die sie für die industrielle Nutzung in der Papier-, Textil- und Klebstoffindustrie interessant macht. Als Speisekartoffel ist sie hingegen ungeeignet.
Wissenschaft
Elfenbein aus der Retorte
Mit künstlichem Elfenbein lassen sich alte Kunstwerke restaurieren, ohne dass Elefanten dafür sterben müssen. Zudem könnte das neue Material bald auch im Fahrzeugbau zum Einsatz kommen. von ROLF HEßBRÜGGE Wer den karg eingerichteten Produktionsraum in Wien-Aspern betritt, kneift unwillkürlich die Augen zusammen. „Ich weiß, das...
Wissenschaft
Rechnen wie das Gehirn
Mit klassischen Computern fällt es immer schwerer, den Hunger der Menschheit nach Rechenleistung zu stillen. Auf der Suche nach Alternativen lassen sich die Forscher auch vom Nervensystem inspirieren. Das Ziel ist es, biologische Konzepte auf die technische Informationsverarbeitung zu übertragen. von THOMAS BRANDSTETTER Auch wenn...