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LEXIKON

Knochenbruch

Fraktur
gewaltsame Trennung eines Knochens in zwei oder mehr Teile, bei der sich durch Blutung und Gewebszerstörung an der Bruchstelle eine schmerzhafte Schwellung bildet; später entsteht dort eine Knochennarbe, der Kallus. Knochenbrüche werden nach der einwirkenden Gewalt, nach dem Verhalten der Bruchstellen, nach ihrem Aussehen und nach dem Sitz unterschieden: z. B. Schussbruch, Querbruch, Schädelbasisbruch u. a. Wird bei der Verletzung gleichzeitig die äußere Haut getrennt, so dass die Bruchwunde Verbindung mit der Außenwelt bekommt, liegt wegen der Infektionsgefahr ein komplizierter Bruch vor. Daneben kann es zum unvollständigen Knochenbruch in Form von Spalten (Fissur) und Einrissen (Infraktion) kommen, besonders bei widerstandsfähigen elastischen Knochen. Jeder Knochenbruch muss möglichst bald sachgemäß versorgt werden. Einrichtung (Reposition) und Fixierung in der richtigen Lage bis zur Knochenheilung ist notwendig. Die Fixierung geschieht durch Gips- oder Zugverbände, die Einrichtung unblutig oder operativ, wobei die Knochenenden bei komplizierten Brüchen durch Metallimplantate bis zur Heilung fest miteinander verbunden werden (Osteosynthese). Hierbei kommen Draht, Nägel, Schrauben und verschraubte Metallplatten zum Einsatz, die nach der Heilung wieder entfernt werden. Die Knochenheilung ist je nach Art und Ort des Bruchs sowie aus individuellen Gründen unterschiedlich lang, sie kann wenige Wochen, aber auch bis zu einem Jahr dauern. Bei gleichzeitigen Allgemeinerkrankungen wird sie verzögert oder bleibt aus. Im letzteren Fall ist die Bildung eines falschen Gelenks (Pseudarthrose) möglich.
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