Lexikon

Kntrapunkt

[
lateinisch punctum contra punctum, „Note gegen Note“
]
ein Tonsatz, der auf der linearen Selbständigkeit, der thematischen Beteiligung und dem horizontalen Fluss aller in diesem Satz auftretenden Stimmen beruht, im Gegensatz zu dem von der harmonischen Schreibweise beherrschten Tonsatz, der die akkordisch-vertikale Zuordnung der Töne anstrebt und die neben der Melodiestimme noch beteiligten weiteren Stimmen zu bloßen Begleit- oder Füllstimmen macht. Der Kontrapunktsatz wird auch als Figuralsatz, polyphoner, reiner oder strenger Satz bezeichnet.
Im Prinzip kann der Kontrapunkt auf die mehr oder weniger strenge Gegeneinanderführung zweier Stimmen reduziert werden. Je nach der Art dieser Gegeneinanderführung lassen sich Sonderformen des Kontrapunkts unterscheiden, z. B. die Umkehrung, die das Hauptthema im Kontrapunkt gegenläufig in Bezug auf die horizontale Vorwärtsbewegung bringt. Von doppeltem Kontrapunkt spricht man, wenn die Stimmen vertauscht werden können, wenn also z. B. die Unterstimme zur Oberstimme wird. Aus diesen Grundschemata, die alle auf dem Prinzip der Imitation beruhen, d. h. das Thema in irgendeiner Form nachahmen, ergeben sich alle weiteren Spielarten des Kontrapunkts, über die am Ende des kontrapunktischen Zeitalters J. S. Bach in seiner „Kunst der Fuge“ das vorbildliche Anschauungswerk hinterlassen hat.
Zum ersten Mal kam das Prinzip im Kanon zum Ausdruck. Danach wurde die wichtigste Form des Kontrapunkts die Fuge. Eine Hochblüte hatte der Kontrapunkt in der „niederländischen Schule“ (um 14201570).
Foto von Kaffeebohnen und einer Tasse Kaffee
Wissenschaft

Morgendlicher Kaffee könnte Herzgesundheit fördern

Für viele Menschen gehört der morgendliche Kaffee zur alltäglichen Routine. Eine Studie zeigt nun, dass diese Gewohnheit potenziell gut für die Gesundheit ist. Der Analyse zufolge hatten Personen, die üblicherweise morgens Kaffee trinken, ein geringeres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder anderen Ursachen zu sterben, als...

forschpespektive_NEU.jpg
Wissenschaft

Flüchtige Dogmen

Warum werden in der Biologie immer wieder Dogmen aufgestellt – und meist auch wieder gebrochen? Schließlich kommt der Begriff „Dogma“ historisch aus Theologie und Philosophie und bezeichnet vornehmlich eine – meist „von oben“ – beschlossene oder gar verordnete grundsätzliche Lehraussage, deren Wahrheitsanspruch als unumstößlich...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon