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Mụ̈nster

Münster (Westfalen)
Münster: Stadtwappen
Stadtwappen
kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen, Hauptstadt des Regierungsbezirks Münster, an der Aa und am Dortmund-Ems-Kanal, 271 000 Einwohner; Kultur- und Dienstleistungszentrum, geprägt durch Wissenschaft und Forschung; katholischer Bischofssitz; Sitz von Behörden und Körperschaften, u. a. Oberfinanz-, Wasser- und Schifffahrtsdirektion, Verfassungs- und Oberverwaltungsgericht des Landes Nordrhein-Westfalen, Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen; Universität (1780–1818, wieder seit 1902), Fachhochschulen, Polizeiführungsakademie, Kunstakademie, philosophisch-theologische Hochschule, Max-Planck-Institut u. a. Forschungsinstitute; Stadttheater; Westfälisches Museum für Naturkunde, Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte (Gemälde, Plastiken, Kunstgewerbe, Kirchenkunstschätze), Grafikmuseum Pablo Picasso, Museum für Lackkunst, Freilichtmuseum Mühlenhof; zoologischer Garten.
Die im 2. Weltkrieg stark zerstörte Altstadt wurde größtenteils wieder aufgebaut: Dom St. Pauli (13. Jahrhundert) mit zehn Apostelfiguren im Paradies, Epitaphen von Gröninger, astronomische Uhr (1542) und Domschatz (goldene Reliquienbüste des heiligen Paulus); Lambertikirche (14./15. Jahrhundert) mit den Käfigen, in denen die Leichname der Wiedertäufer zur Schau gestellt waren; Liebfrauen- oder Überwasserkirche (14. Jahrhundert), St. Ägidii- und St. Clemenskirche (18. Jahrhundert), St. Ludgerikirche (12. Jahrhundert), gotisches Rathaus (14. Jahrhundert; nach 1945 wieder aufgebaut; berühmter Friedenssaal, Innenausstattung von 1577); Buddenturm (12. Jahrhundert), Prinzipalmarkt (1150 angelegt), Krameramtshaus (1588), Erbdrostenhof (1757), ehemaliges fürstbischöfliches Residenzschloss (18. Jahrhundert, nach Plänen von J. C. Schlaun, jetzt Teil der Universität) mit Schlossgarten; Halle Münsterland; Aasee (40 ha).
Münster ist ein wichtiges Handels-, Banken- und Versicherungszentrum; andere bedeutende Wirtschaftszweige sind Informationstechnologie, chemische Industrie, Maschinen- und Nahrungsmittelindustrie; Tourismus. Münster ist Verkehrsknotenpunkt mit Flughafen Münster/Osnabrück im Norden.

Geschichte

Im 8. Jahrhundert entstanden auf dem Gebiet einer sächsischen Siedlung eine fränkische Befestigung und ein Kloster. 805 wurde Liudger der erste Bischof. Der Siedlungsname Mimigernaford wurde später zu Monastere (aus „monasterium“) bzw. Münster. Im 12. Jahrhundert erfolgte die Stadtwerdung. Münster gehörte seit dem 14. Jahrhundert zur Hanse. 1534/35 beherrschten die Wiedertäufer die Stadt. 1585/88 erfolgte die Rekatholisierung. 1648 wurde der Westfälische Friede im Friedenssaal des Rathauses geschlossen. Bei dem Versuch, ihre Selbständigkeit gegen Bischof Christoph Bernhard von Galen zu behaupten, unterlag die Stadt 1661. 1802/03 kam Münster zu Preußen, 1807 zum Großherzogtum Berg, 1810 zu Frankreich. 1816–1946 war Münster Hauptstadt der preußischen Provinz Westfalen.
Westfälischer Friede (Textauszug)
Westfälischer Friede (Textauszug)
Textauszug des Vertrages zum Westfälischen Friede: Der Westfälische Friede beendete am 24. Oktober 1648 den Dreißigjährigen Krieg.
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