Lexikon

Olivier

[ɔˈliviə]
Sir (seit 1947) Laurence, englischer Schauspieler, Theater- und Filmregisseur, * 22. 5. 1907 Dorking, Surrey,  11. 7. 1989 Brighton; kam 1922 zur Bühne, 1925 zum Film, übernahm 1944 das Old-Vic-Ensemble; erster Direktor des 1964 gegründeten britischen Nationaltheaters; trat besonders in Shakespearerollen hervor, aber auch in modernen Rollen; Hauptdarsteller, Regisseur und Produzent der Filme „Henry V.“ 1945; „Hamlet“ 1948; „Richard III.“ 1956; „Der Marathon-Mann“ 1976; „Wagner“ 1983.
Olivier, Laurence
Laurence Olivier
  • Deutscher Titel: Heinrich V.
  • Original-Titel: HENRY V
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1945
  • Regie: Laurence Olivier, Reginald Beck
  • Drehbuch: Laurence Olivier, Alan Dent
  • Kamera: Jack Hildyard, Robert Krasker
  • Schauspieler: Laurence Olivier, Leo Genn, Felix Aylmer, Harcourt Williams
Die Verfilmung des Shakespeare-Dramas »Heinrich V.« ist die erste Regiearbeit von Laurence Olivier für das Kino. In der Rückschau wird »Heinrich V.« von vielen Kritikern als die herausragendste Filmarbeit des bekannten Schauspielers bewertet.
Den Rahmen für seinen Film über den englischen König Heinrich V. (1387 bis 1422) bildet das Theater. Der Film beginnt und endet auf der Bühne. Der Zuschauer sieht am Beginn Aufnahmen aus dem Globe-Theater. Als Heinrich sich zum Krieg gegen Karl VI. von Frankreich entschließt, verlässt die Handlung das Theater und wird in Studio- und Außenaufnahmen in Szene gesetzt. Die Schlacht von Azincourt (1415) dreht Olivier in unrealistisch verfremdeten Farben. Die Dynamik des Kampfgeschehens setzt er durch Perspektivenwechsel und Verzerrungen auch in der Filmdramaturgie um.
Die ungewöhnlich reizvolle Inszenierung bringt Oliviers Arbeit 1946 fünf Oscar-Nominierungen ein. Die Academy zeichnet ihn schließlich mit einem Sonderoscar für Verdienste um den europäischen Film aus. Hervorgehoben wird, dass Olivier für Drehbuch und Regie verantwortlich war und die Titelrolle spielt. Mit seinem Stil prägt Olivier alle Theaterverfilmungen der kommenden Jahre.
  • Deutscher Titel: Richard III.
  • Original-Titel: RICHARD III
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1956
  • Regie: Laurence Olivier
  • Drehbuch: Alan Dent, Laurence Olivier, Colley Cibber, David Garrick, nach dem Bühnenstück von W. Shakespeare
  • Kamera: Otto Heller
  • Schauspieler: Cedric Hardwicke, Claire Bloom, Nicholas Hannen, Laurence Olivier
  • Auszeichnungen: Silberner Bär Filmfestspiele Berlin 1956 für Film, Golden Globe 1957 für englischsprachigen Auslandsfilm
König Richard III. kommt im 15. Jahrhundert durch unlautere und brutale Methoden, Intrigen und Korruptionen an die Macht: Der missgebildete Regent herrscht ebenso tyrannisch wie grausam über sein Volk. Im Endkampf der Herrschaftshäuser Lancaster und York um die Regierungsgewalt wird er schließlich in der Schlacht von Bosworth von Rebellen ermordet.
Originalgetreu nach dem Shakespeare-Drama legt Sir Laurence Olivier, nach der Realisierung von »Heinrich V.« (1945) und »Hamlet« (1948) Spezialist für derartige Stoffe, eine hervorragende filmische Umsetzung des Stückes vor. Unterstützt wird er dabei von einem routinierten und überzeugenden Schauspieler-Ensemble, dem er als brillanter Shakespeare-Darsteller auch wieder angehört.
  • Deutscher Titel: Der Marathon-Mann
  • Original-Titel: MARATHON MAN
  • Land: USA
  • Jahr: 1976
  • Regie: John Schlesinger
  • Drehbuch: William Goldman, nach seinem Roman
  • Kamera: Conrad Hall
  • Schauspieler: Dustin Hoffman, Laurence Olivier, Roy Scheider
Mit Schockeffekten und brutalen Details präsentiert John Schlesinger einen Thriller, der sich schon nach kurzer Zeit zu einem der Kassenschlager der 70er Jahre entwickelt.
Durch seinen Bruder Doc (Roy Scheider) gerät der marathon-versessene Student Babe (Dustin Hoffman) unversehens in große Gefahr: Doc war auf der Spur des ehemaligen Nazis Szell (Laurence Olivier), der einen von Juden erpressten Goldschatz aus den USA in sein Exil nach Südamerika schaffen will. Als Doc eingreifen will, fügt Szell ihm schwere Verletzungen zu, an denen er kurz nach dem Gespräch mit seinem Bruder stirbt. Nun ist Babe in der Rolle des Verfolgten.
Die Kritiker äußern sich begeistert über Laurence Olivier, der für die Rolle des dämonischen KZ-Arztes Szell mit einer Oscar-Nominierung belohnt wird.
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