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LEXIKON

Ottos Schutzeid gegenüber dem Papst

Ottos Schutzeid gegenüber dem Papst

Bei der Kaiserkrönung Otto I. 962 in Rom schwört der weltliche Herrscher gegenüber dem Papst einen Eid zum Schutze Roms:

"Dir, dem Herrn Papst Johann [XII.], lasse ich, König Otto, versprechen und schwören beim Vater, Sohn und Heiligen Geist und bei diesem Holz des Leben spendenden Kreuzes und bei diesen Reliquien der Heiligen, dass ich, wenn ich mit Gottes Hilfe nach Rom komme, die heilige römische Kirche und dich als ihren Leiter nach meinen Kräften erhöhen werde. Und niemals wirst du Leben oder Glieder, auch nicht die Ehre, die du hast, verlieren durch meinen Willen, mit meiner Zustimmung, nach meinem Rat oder auf meine Aufforderung hin. Und in Rom werde ich ohne deine Einwilligung keinen Beschluss und keine Anordnung ergehen lassen in allen Angelegenheiten, die dich oder die Römer angehn. Und alles, was vom Land des heiligen Petrus in meine Gewalt kommt, werde ich dir zurückgeben. Wem auch immer ich das italienische Königreich [das alte Langobardenreich] anvertrauen werde, ich werde ihn schwören lassen, dass er nach seinen Kräften dir beistehe, um das Land des heiligen Petrus zu verteidigen."
Auch der Papst schwor dem Kaiser die Treue, brach diesen Eid aber bereits 963:
"Inzwischen verließ der Kaiser Pavia und belagerte Berengar in San Leone. Den ganzen Sommer über lag er daselbst und umzingelte den Berg, so daß jeglicher Zugang und jegliches Entweichen unmöglich war. Währenddessen brach der Papst dem Kaiser sein Gelübde, fiel von ihm ab, schloss Berengar und Adalbert an und öffnete diesem die Tore Roms."
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