Lexikon

phönzische Kunst

die Kunst der semitischen Phönizier im Küstenstreifen des heutigen Libanon, mit den Zentren Tyros und Sidon. Die phönizische Kunst vereint mesopotamische und ägyptische wie auch ägäische und hethitische Stilelemente mit ausgezeichneter einheimischer Technik; als Höhepunkte heben sich die Kunsterzeugnisse der Städte Ugarit und Byblos heraus. In der Architektur war vor allem der Festungsbau hoch entwickelt, in späterer Zeit nach hethitischem Vorbild mit doppeltem Mauerring und Bastionen. An Großbauten sind nur wenige Paläste erhalten, u. a. Ugarit und Alalach. Typisch scheint das Verwenden großer Steinblöcke gewesen zu sein, wie z. B. der Megalithtempel (Anfang des 2. Jahrtausends) in Byblos zeigt.
Als Zeugnisse der Großplastik erhielten sich steinerne Löwen und Sphinxe, die nach hethitischen Vorbildern vielfach die Eingänge zu Monumentalbauten schmückten. Ein Hauptwerk der phönizischen Steinbildnerei um 1000 v. Chr. ist der Sarg des Königs Ahiram von Byblos.
Vollendete Meisterschaft zeigen auch Erzeugnisse der Goldschmiedekunst, z. B. zwei goldene Schalen aus Ugarit, um 1400 v. Chr., mit Darstellungen von Jagdszenen. Zur Verzierung glatter Oberflächen benutzten die Phönizier die Granulation. Gleichfalls aus Metall, meist aus Bronze oder Silber, gibt es zahlreiche kleine Götterfiguren; das älteste Beispiel dieser Art ist eine etwa 34 cm hohe vergoldete Bronzestatuette aus Byblos, um 1900 v. Chr. Besondere Beachtung verdienen die phönizischen Elfenbeinschnitzereien, die keramischen Erzeugnisse sowie die Verarbeitung von Glas.
Fossile Weichtiere
Wissenschaft

„Punk“ und „Emo“ verändern die Weichtier-Geschichte

Frühe Weichtiere galten bislang als anatomisch eher simpel strukturiert, doch zwei neue Fossilienfunde aus England stellen diese Vorstellung nun in Frage. Bei den 430 Millionen Jahre alten Urzeit-Mollusken handelt es sich um Wesen, die einer Mischung aus Schnecken und Würmern ähnelten und deren Panzer mit markanten Stacheln...

Spinwellen, Energie, Soin
Wissenschaft

Der Spin schlägt Wellen

Schaltkreise, die mit Spinwellen statt Elektronen rechnen, sollen zur energieeffizienten Ergänzung für die Halbleiterelektronik werden. von FINN BROCKERHOFF Mit einem beherzten Druck auf die Einschalttaste wird der alte Computer zum Leben erweckt: der Lüfter heult auf, ein Piepen ertönt. Dann dringt aus dem Inneren des...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon