Lexikon

Proletariạt

[
das; lateinisch, „die Kinderreichen“
]
im alten Rom in der nach Besitz abgestuften römischen Zenturienversammlung die unterste Klasse, wegen des Prinzips der Selbstausrüstung nicht zum Dienst als Legionäre zugelassen; im Wesentlichen Kleinbauern, Tagelöhner, kleine Handwerker und Krämer. Der Name erklärt sich daher, dass ihre Nachkommen (proles) als ihr einziger Besitz galten. Seit Marius konnten sie auch in den Legionen dienen und sich damit einen Anspruch auf eine Bauernstelle erwerben. – Der Begriff wurde im 19. Jahrhundert von G. W. F. Hegel und K. H. Marx wieder aufgegriffen. Nach dem Sprachgebrauch des Marxismus stellt das Proletariat die Klasse der entwurzelten, besitzlosen und ausgebeuteten Lohnarbeiter (Proletarier; herabsetzend: Proleten) dar, die nur ihre Arbeitskraft besitzen und diese als Ware an den Eigentümer der Produktionsmittel verkaufen müssen, um existieren zu können. Die Klasse der Kapitalisten beutet nach dieser Theorie das Proletariat aus, der Lohn entspricht nicht dem Ergebnis der geleisteten Arbeit (Mehrwert). Aus diesem Ausbeutungsverhältnis entsteht ein Klassenwiderspruch (Klassenantagonismus). Dieser führt zum Klassenkampf, an dem jedoch die unterste Schicht des Proletariats, das Lumpenproletariat (demoralisierte Personen, Arbeiter ohne Bildung u. a.), nicht teilnimmt, sondern systemerhaltend wirkt. Letztlich soll das Proletariat durch den Klassenkampf zur Diktatur des Proletariats gelangen; gegen den übermächtigen internationalen Kapitalismus müssten sich die „Proletarier aller Länder“ vereinigen (Kommunistisches Manifest 1848).
Heisenberg
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