Lexikon
Mạrius
Marius, Gaius
Gaius Marius
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Marius umwirbt das Volk
Marius umwirbt das Volk
Nach der Verleihung seines 1. Konsulats 107 v. Chr. hält der militärisch erfahrene Gaius Marius eine flammende Rede, in der er den alten republikanischen Adel massiv angreift und der Unfähigkeit zur Führung des Weltreiches bezichtigt:
"Ihr habt entschieden, ich solle mit Jugurtha Krieg führen, und darüber hat sich der Adel heftig geärgert. Ich bitte, erwägt noch einmal bei euch, ob es nicht besser wäre, das zu ändern, indem ihr einen aus jener adligen Clique zu diesem oder einem andern solchen Geschäfte abordnet, einen Menschen von alter Sippschaft, mit einer großen Ahnengalerie, aber ohne Kriegsdienst;versteht sich, damit er bei seiner gänzlichen Ahnungslosigkeit in einer so wichtigen Sache herumzappelt, sich überhastet und sich einen aus dem Volke als Vorsager in seinem Dienst zulegt ...Vergleicht nun, Quiriten, mit diesen eingebildeten Kerlen mich, den Neuling! Was die gewöhnlich nur vom Hören oder Lesen her kennen ..., das habe ich im Felde gelernt. Jetzt urteilt, ob Taten oder Worte mehr wert sind! Sie verachten meinen jungen Adel, ich ihr Nichtstun ... Ich kann zu meiner Beglaubigung keine Ahnenbilder, keine Triumphe oder Konsulate meiner Vorfahren aufweisen, wohl aber, falls erforderlich, Speere, ein Fähnlein, Schilde und andere Kriegsauszeichnungen, außerdem Narben auf der Brust. Das sind meine Ahnenbilder, das ist mein Adel, der freilich nicht erblich mir hinterlassen ist, wie jenen der ihre, sondern all das habe ich mir persönlich durch unendliche Mühen und Gefahren erworben.Meine Worte sind nicht wohlgesetzt; daraus mache ich mir wenig. Das Verdienst an sich genügt zu seiner Darstellung; die aber brauchen rednerische Kunstgriffe, um Schandtaten durch Worte zu verdecken. Auch die Schriften der Griechen habe ich nicht studiert. Ich fand keinen Gefallen daran, sie zu studieren, da sie den Verfassern zur Mannhaftigkeit nichts gefrommt haben. Aber in dem, was für den Staat das weitaus Beste ist, darin bin ich unterrichtet: einen Feind niederzuschlagen, Wachdienst zu tun, nichts zu fürchten als einen beschmutzten Ruf, Winter und Sommer gleichmäßig zu ertragen, auf dem Boden zu schlafen, zur selben Zeit Mangel und Anstrengung auszuhalten. Nach solchen Grundsätzen will ich die Soldaten ermahnen und will weder sie knapp halten und mich üppig, noch mir den Ruhm, ihnen die Anstrengungen vorbehalten. Das ist eine Erfolg versprechende, das ist eine volkstümliche Heerführung ...Filzig nennen sie mich und von unfeinen Sitten, weil ich kein Gastmahl vornehm auszurichten verstehe, keinen Possenreißer mir halte und keinen Koch habe, der mehr kostet als ein Hausverwalter. Das will ich gerne zugeben, Quiriten. Denn von meinem Vater und anderen ehrwürdigen Männern habe ich also vernommen: Putz zieme Weibern, Arbeit Männern, und ein Wackerer müsse mehr Ruhm als Reichtum besitzen. Waffen, nicht Hausgerät, seien sein Schmuck."
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