Lexikon

Naturalsmus

Literatur
Naturalismus (Kulturtabelle).sgm
Wichtige Autoren und Werke des Naturalismus
AutorenWerke
Henrik Ibsen (1828-1906)Nora oder Ein Puppenheim (1879); Die Wildente (1884); Hedda Gabler (1890)
Jules de Goncourt (1830-1870) und Edmond de Goncourt (1822-1896)Germinie Lacerteux (1864); La Faustin (1882)
Bjørnstjerne Bjørnson (1832-1910)Sigurd Slembe (1862); Über die Kraft (1883)
Thomas Hardy (1840-1928)Die Rückkehr (1878); Tess von d'Urbervilles (1891)
Emile Zola (1840-1902)Therese Raquin (1867); Die Rougon-Macquart (1871-1893)
August Strindberg (1849-1912)Der Sohn einer Magd (18861909); Der Vater (1887); Fräulein Julie (1888)
Hermann Sudermann (1857-1928)Frau Sorge (1887); Die Ehre (1890)
Gerhart Hauptmann (1862-1946)Vor Sonnenaufgang (1889); Die Weber (1892); Die Ratten (1911)
Arno Holz (1863-1929)Papa Hamlet (1889); Die Familie Selicke (1890, beides mit J. Schlaf)
Theodore Dreiser (1871-1945)Schwester Carrie (1900)
eine Richtung des ausgehenden 19. Jahrhunderts (etwa zwischen 1870 und 1910), die ein möglichst genaues Abbild des Lebens, besonders der politischen und sozialen Wirklichkeit, schaffen wollte (im Gegensatz zum Idealismus). Der Naturalismus zeigte den Menschen in Abhängigkeit von seinem Milieu; mit dem Experimentieren in Form und Stil sowie mit der Thematisierung von Großstadt und Proletariat wurde die bürgerliche Kunstästhetik durchbrochen, die soziale Frage zum literarischen Programm.
Im Anschluss an die Naturwissenschaft, an den Positivismus H. Taines und an den von den Brüdern Goncourt entwickelten Romanstil wurde É. Zola mit dem Romanzyklus „Les Rougon-Macquart“ 18711893 zum Initiator des literarischen Naturalismus; in mehreren programmatischen Schriften suchte er um 1880 die neue Kunstrichtung theoretisch zu begründen. In Russland erhielt die naturalistische Darstellung bei F. M. Dostojewskij und L. N. Tolstoj einen religiösen Hintergrund, in Skandinavien wurde sie mit einem ethischen Idealismus verbunden: H. Ibsen, Björnstjerne Björnson (* 1832,  1910), A. Strindberg. In Deutschland stellte der Naturalismus eine Radikalisierung des Realismus dar. Als seine Vorläufer können daher schon F. Hebbel, G. Büchner und T. Fontane angesehen werden. Ab 1889 setzte er sich mit G. Hauptmann, H. Sudermann und M. Halbe vor allem auf der Bühne durch. A. Holz entwickelte den sog. Sekundenstil, eine literarische Technik, die ein Geschehen in genauer Entsprechung zur Realität abbildet, und begründete damit die naturalistische Lyrik.
Nachbarwelt, Außergewöhnlich, Himmel
Wissenschaft

Lebensfreundliche Nachbarwelt

In den Venus-Wolken könnten exotische Ökosysteme existieren. Neue Raumsonden sollen sie erkunden. von RÜDIGER VAAS Die Entdeckung des Biomarkers Monophosphan in der Venus-Atmosphäre hat wieder die Frage nach möglichem Leben auf unserem Nachbarplaneten aufgeworfen. Kaum bekannt ist, dass diese Frage im modernen...

forschpespektive_NEU.jpg
Wissenschaft

RNA macht Raupenfrauen

Manche Dinge können Männer besser, manche anderen dagegen nicht. Die reinen Fakten lassen daran meist keinen Zweifel. Das Tierreich jedenfalls ist voll von Beispielen. In vielen Fällen haben die Männchen zum Beispiel spezielle Qualitäten entwickelt, um Weibchen anzulocken. Und nicht immer handelt es sich dabei nur um schmuckvolle...

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon