Lexikon

Provence

[
prɔˈvãs
]
Flagge der Provence
historische Landschaft im Südosten Frankreichs, zwischen Mittelländischem Meer, unterer Rhône und Meeralpen, umfasst als Region Provence-Alpes-Côte-d'Azur die Départements Bouches-du-Rhône, Var, Vaucluse, Alpes-de-Haute-Provence, Hautes-Alpes und Alpes-Maritimes; zusammen 31 400 km2, 4,5 Mio. Einwohner, Hauptstadt Marseille. Die Provence ist ein von der Durance durchflossenes Gebirgsland; mildes subtropisches Klima, mediterrane Vegetation. Auf den Gebirgshängen wird Schaf- und Ziegenzucht betrieben, in tieferen Lagen (meist auf Bewässerungsbasis) werden Getreide, Gemüse, Wein, Obst-, Öl- und Maulbeerbäume angebaut, an der Küste Edelkastanien, Südfrüchte und Blumen. Bauxitabbau findet sich nördlich von Aix-en-Provence. Der Fremdenverkehr hat besonders an der französischen Riviera erhebliche Bedeutung.

Geschichte

Bis 121 v. Chr. wurde Südgallien von den Römern erobert (seit Augustus Provinz Gallia Narbonensis). Von den Westgoten seit 415, von den Burgundern seit 443 angegriffen, blieb den Römern als Provinz bis 470 noch das Gebiet zwischen Durance und Mittelmeer. Theoderich der Große brachte die Provence in das ostgotische Reich ein, 536 traten die Ostgoten sie dem fränkischen König Theudebert ab. Die späteren Merowinger verloren die Provence an die Araber, bis Karl Martell diese 737–739 besiegte. Seit 879 gehörte die Provence zum Königreich Niederburgund, seit 934 zum Königreich Burgund (Arelat) und seit 1032 zum Deutschen Reich. Als die Grafen von Arles, in deren Besitz sich die Provence größtenteils befand, 1112 ausstarben, gehörte sie bis 1245 dem Grafengeschlecht Barcelona-Aragón. Bis 1481 besaß das Haus Anjou die Provence, dann fiel sie an die französische Krone.
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