Lexikon
Schacht
Meine erste Maßnahme als Reichswährungskommissar war, dass ich jede weitere Entgegennahme von Notgeld bei der Reichsbank inhibierte. Damit war der privaten Notgeldausgabe jeder Boden entzogen. Ein Geld, das die Reichsbank nicht annahm, hatte seinen Wert eingebüßt...
Meine zweite Maßnahme galt der Devisenspekulation. Am 20. November 1923 hatte die Reichsbank den Kurs des amerikanischen Dollars bis auf 4,2 Billionen Mark heraufgehen lassen, in der festen Absicht, ihn auf diesem Niveau festzuhalten. Die private Spekulation fuhr jedoch fort, auch zu höheren Preisen weitere Dollars aufzukaufen... (bis zu 12 Billionen Dollar). Als nun das Monatsende herankam, brauchten die Käufer die Mark von der Reichsbank zur Bezahlung, und hier verweigerte ihnen die Reichsbank die erbetenen Kredite in Banknoten. ...
Das dritte und letztlich entscheidende Eingreifen geschah Anfang April 1924. Die Wirtschaft hatte die etwas zu reichlich erbetenen und erlangten Kredite aufs Neue dazu benutzt, um fremde Valuten zu hamstern. Um nun der Wirtschaft ein für alle Mal begreiflich zu machen, dass sie sich in der Währungspolitik der Reichsbank zu fügen habe, sperrte ich kurzerhand jeden weiteren Wechselkredit... Dies Mittel wirkte unverzüglich. Soweit die Wirtschaft Geld brauchte, musste sie ihre gehamsterten Devisen an die Reichsbank verkaufen, und binnen zwei Monaten war das Gleichgewicht in einem solchen Umfange wiederhergestellt, dass die Mark von nun an durch die ganze Zeit meiner Amtstätigkeit stabil blieb.
Ein Fest der kulinarischen Unvernunft
Weihnachten und gutes Essen gehören für viele Menschen zusammen. Wir wollen uns etwas Gutes gönnen. Dafür verschieben wir Gedanken an Kalorien, Tierwohl oder Nachhaltigkeit gerne auf die Zeit nach den Feiertagen. von ELENA BERNARD Der Tisch ist festlich gedeckt, im Hintergrund erklingt leise Weihnachtsmusik und der Geruch nach...
Die alten Griechen sind noch älter
Ein Archäologe aus Wien und ein deutscher Kernphysiker eichen die Chronologie der Antike neu. von ROLF HEßBRÜGGE Stefanos Gimatzidis sitzt in seinem Wiener Büro, trinkt einen Schluck Tee und hält kurz inne. Dann verrät er: „Ein guter Bekannter von mir, der Professor der Klassischen Archäologie an der Uni Montreal ist, hat mich...