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LEXIKON

Schreibmaschine

Schreibmaschine
Schreibmaschine
Die Vari-Typer Coxhead Composing Machine ist eine der ersten Schreibmaschinen mit Blocksatz.
Gerät zum mechanischen Schreiben und Vervielfältigen (mit Hilfe von Durchschlägen). Durch Betätigen einer Tastatur werden nacheinander im Typenkorb (Segment) gelagerte Typenhebel bewegt, die über ein Farbband den jeweils gewählten Buchstaben auf das auf der Schreibwalze befindliche Papier drucken. Nach jedem Anschlag werden der Wagen mit der Schreibwalze und das Farbband um eine Buchstabenbreite weitergerückt. Auf jeder Type sind zwei, seltener drei Zeichen angebracht; um die oberen Zeichen (z. B. große Buchstaben) zu drucken, werden entweder der Wagen (Wagenumschaltung) oder der Typenkorb (Segmentumschaltung) gehoben bzw. gesenkt. Bei elektrischen Schreibmaschinen schaltet die Taste einen Stromkreis, der Typenanschlag erfolgt mittels Elektromotor über ein Reibgetriebe, ebenso der Wagenrücklauf nach Zeilenende und das Weiterschalten auf die nächste Zeile. Die Kugelkopfschreibmaschine besitzt statt des Typenkorbes einen Typenball (Kugelkopf), der bei feststehendem Wagen die Zeile entlangläuft.
Moderne elektronische Schreibmaschinen, vorwiegend mit Typenrad, verwischen die Grenze zum Computer mit Textverarbeitungsprogramm und angeschlossenem Drucker. Konstruktionen dieser Art, meist mit nichtmechanischen Kontakten für die Tastatur, verfügen über eingebaute elektronische Datenspeicher, die zumindest eine eingetastete Zeile auf einem Display zwecks Überprüfung und Korrektur zur Darstellung bringen, ehe sie sehr rasch aufs Papier gedruckt wird. Elektronisch automatisiert sind u. a. auch die Möglichkeiten zur Fehlerkorrektur.

Geschichte

Der englische Ingenieur H. Mill meldete 1714 in London eine Schreibmaschine zum Patent an. Schreibmaschinen mit Typenhebeln konstruierten u. a. bereits K. F. Drais von Sauerbronn (1832), der Franzose X. Progin (1833), der Italiener G. Ravizza (1855) und P. Mitterhofer aus Tirol (18641869). Eine vom Engländer C. L. Sholes entwickelte Schreibmaschine (1867) wurde von der amerikanischen Waffen-, Land- und Nähmaschinenfabrik Remington seit 1873 fabrikmäßig hergestellt. Ende der 1960er Jahre wurden der Kugelkopf, Ende der 1970er Jahre das Typenrad, 1984 das Thermo-Druckelement eingeführt. In den seit 1980 eingesetzten PC-gestützten Textverarbeitungssystemen wird mit Druckern gearbeitet.
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