Lexikon

Spiel

Anthropologie
lustbetonte, von äußeren Zwecken freie, ungezwungene, vorwiegend von der Fantasie geleitete und sie anregende, biologisch bedingte Tätigkeit, die große soziale, kulturelle und pädagogische Bedeutung hat. Der Spieltrieb ist beim Kleinkind reiner Tätigkeitstrieb: Beschäftigung mit dem eigenen Körper (Funktionsspiel); erst vom 2. Lebensjahr an kommt es zum Umgang mit Spielzeug und damit zur Ausbildung bestimmter Spielformen. Nach der Übungstheorie dient das Spiel der Entwicklung und Entfaltung der körperlichen und seelisch-geistigen Funktionen des Kindes. Jede Phase der kindlichen Entwicklung zeigt ihr gemäße Formen des Spielens, denen das Spielzeug angemessen sein muss.
Der Gegensatz des Spiels zur Arbeit besteht nur in sozialer und kultureller, nicht in psychologischer Hinsicht; auch die Spieltätigkeit kann mit Anstrengung verbunden sein. Beim Erwachsenen liegt die Erholsamkeit des Spiels in der vorübergehenden Entspannung und in der Befreiung vom Wirklichkeitsdruck.
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