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Sprachphilosophie

ein Zweig der Philosophie, der das Wesen der Sprache unter verschiedenen allgemeinen Gesichtspunkten untersucht: das Verhältnis von Sprache zur gemeinten Bedeutung, den Ursprung der Sprache, das Verhältnis von natürlicher Sprache zu formalen Sprachen (Formalisierbarkeit der natürlichen Sprachen), die pragmatische Bedingtheit der Sprache, die kulturellen Sprachdifferenzen im Allgemeinen, den Zeichencharakter der Sprache u. a. Innerhalb der Sprachphilosophie haben sich verschiedene Richtungen entwickelt: die hermeneutische, insbesondere deutsche Sprachphilosophie (M. Heidegger, H. Lipps, H.-G. Gadamer, K.-O. Apel, J. Simon), die vor allem die Nichthintergehbarkeit des Sprachgeschehens betont und an die ältere, kritisch gegen den Rationalismus gewandte Sprachphilosophie anknüpft (J. G. Hamann, F. Schleiermacher, W. von Humboldt, W. Dilthey); die analytische (zumeist in England oder USA beheimatete) Sprachphilosophie, welche die philosophischen Probleme durch Sprachkritik lösen will, entweder durch Beachtung der Regeln formaler Sprachen, der logischen Analyse (der frühe Wittgenstein, R. Carnap, P. Lorenzen u. a.), oder durch das Beibehalten bei der Verwendungsweise der Umgangssprache (ordinary language philosophy; der späte Wittgenstein, A. J. Ayer, J. L. Austin, J. R. Searle); die strukturalistische, vor allem in Frankreich verbreitete Sprachphilosophie, die auf die Linguistik F. de Saussures und R. Jakobsons zurückgeht und in sprachlichen Tätigkeiten (Dichtung, Politik) und den Sprachen analogen Regelsystemen (ethnisch fremde Gesellschaften, Unbewusstes der Psychoanalyse) ein Spiel allgemeiner und zumeist verborgener Gesetze erkennen will (R. Barthes, J. Kristeva, C. Lévi-Strauss, J. Lacan).
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