Lexikon
Herder
Herder, Johann Gottfried
Johann Gottfried Herder
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Herder trat zuerst mit kritischen Abhandlungen zur Kunst und Literatur hervor. Später befasste er sich verstärkt mit theologischen, geschichtsphilosophischen und philosophischen Problemen. Herder war ein Anreger des Sturm und Drang, Wegbereiter der deutschen Klassik; er legte die geistigen und stofflichen Grundlagen zur Romantik. Kennzeichnend für sein Denken ist ein historisches Bewusstsein, das Natur und Geschichte als Zusammenhang und in einem Fortschritt zu immer größerer Harmonie begreift. Höchstes Ideal und Ziel aller Entwicklung sei die Humanität („Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit“ 1784–1791). Seine Sprachphilosophie und Theorie der Sprachentstehung führte Herder u. a. zur Beachtung der Volksdichtung.
Bedeutend war Herder auch als Übersetzer (schottische „Edward“-Ballade; spanischer Romanzenzyklus „Der Cid“ 1805). – Sämtliche Werke: Historisch-kritische Ausgabe, hrsg. von B. Suphan, 33 Bde. 1877–1913, Nachdruck 1967/68; Werke, 11 Bde. 1999; Gesamtausgabe der Briefe, 15 Bde. 1977ff.
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