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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

Lanze

die Bezeichnung der Waffe geht auf
mhd.
lanze zurück und ist eine Entlehnung aus
altfrz.
lance, aus
lat.
lancea „Speer, Spieß“; später wurde die Bedeutung dann auf die Stichwaffe eingegrenzt
[Info]
Lanze: eine Lanze für jemanden brechen
Wer für jemanden oder etwas eine Lanze bricht, der setzt sich für einen Menschen oder eine als gerecht empfundene Sache ein. Wie eine Vielzahl heute gebräuchlicher Redewendungen, so stammt auch diese aus dem mittelalterlichen Turnierwesen. Belegt ist sie jedoch erst bei Johann Fischart, einem Schriftsteller des 16. Jahrhunderts. Die übertragene Bedeutung ist sogar erst seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts belegt. Das Wort Lanze, das gegen 1200 aus dem altfrz. lance (eigentlich „Wurfwaffe“, vgl. das Lehnwort lancieren) entlehnt wurde, bezeichnete ursprünglich ein Wurfgerät, worauf das zugrundeliegende lat. Wort lancea „spanischer Speer“ hindeutet. Für Ritterturniere funktionierte man die Wurf zu einer Stichwaffe um. Ziel der Kämpfer war es, die gegnerische Lanze am eigenen Schild zerbrechen zu lassen. Die frühere Form der Wendung (eine Lanze für jemanden einlegen) bezieht sich auf die Knappen, die dem Kämpfer die Lanze in den Arm (ein)legten. Im altdeutschen Recht gab es auch den (mit der Lanze ausgetragenen) Zweikampf als Mittel, einen Streit zu schlichten, der nicht unbedingt die Kämpfer betraf, sondern andere Familienmitglieder oder die gesamte Sippe betreffen konnte. Brach man eine Lanze für jemanden, kämpfte man also ursprünglich mit der Lanze für dessen Recht und Ehre. So entstand die übertragene Bedeutung.
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