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LEXIKON

Ungarischer Aufstand

Ungarischer Aufstand
1703 stellte sich Franz II. Rákóczi von Siebenbürgen als Herzog von Ungarn an die Spitze eines antihabsburgischen Aufstandes, der 1711 niedergeschlagen wird. Mehrfach versuchte Franz II. erfolglos die Unterstützung der Osmanen zu gewinnen, die seit dem ausgehenden Mittelalter in mehreren Kriegen gegen Österreich gekämpft hatten. Osman Aga, Vertrauter des Paschas Ali Pascha, berichtet über die Gespräche mit einer ungarischen Gesandtschaft:

[Die Gesandten führten aus:] Wenn die Hohe Pforte zustimmt und in den gewünschten Belangen Hilfe leistet, dann ist jetzt die Gelegenheit da, an den Deutschen Rache zu nehmen; nie wieder bietet sich eine solche Gelegenheit. Unser König [Franz II.] verbürgt sich dafür, die Gebiete, welche die Hohe Pforte wünscht, mit Leichtigkeit binnen kurzem zu erobern. Wir haben keinerlei Mangel an Truppen, und es genügt uns, wenn die Deutschen nur sehen, dass unserem König die freundschaftliche Unterstützung der Hohen Pforte zuteil wird. Welche von euren Truppen dazu herangezogen zu werden, ist uns übrigens gleich; zu einem Einsatz lassen wir sie ohnehin gar nicht kommen. Wenn uns indessen etwas Schießpulver für den Augenblick abgegeben würde, wird es - so Allah der Erhabene es will - in vielfacher Höhe ersetzt und zurückerstattet werden... . Auf diese Rede antwortete Seine Excellenz, der Pascha, wie folgt: Unser Herr, Seine Majestät der Erlauchte, Erhabene und Hochmächtige Padischah und Schirmherr der Welt, und der Römische Kaiser haben miteinander auf 25 Jahre Waffenruhe vereinbart und darüber Hohe Verträge unterzeichnet. Deren Bedingungen und Verpflichtungen werden ordnungsgemäß eingehalten, und ich weiß, dass Unser Erlauchter Herr zu einem Verstoß gegen den Vertrag niemals seine Großherrliche Zustimmung gibt. Da dem so ist, würde eine Hilfe, wie sie von eurer Seite verlangt wird - sei es mit Truppen oder mit Munition - einen Bruch des Friedens darstellen. Euch in diesen Belangen entsprechend eurem Wunsch zu helfen, ist unmöglich."

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