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LEXIKON

Watergate-Affäre

[
ˈwɔ:təgɛit-
]
innenpolitischer Skandal in den USA, der zum ersten Rücktritt eines Präsidenten führte.
Während des Präsidentschaftswahlkampfs 1972 verübten Beauftragte des Wahlkomitees der Republikaner einen Einbruch im Hauptquartier der Demokratischen Partei im Watergate Building in Washington und installierten dort Abhörgeräte. Die Täter wurden gefasst. Durch journalistische Nachforschungen stellte sich heraus, dass Vertraute des Präsidenten R. Nixon von dem kriminellen Akt gewusst und nach seiner Aufdeckung unter Leitung und Mitwirkung Nixons versucht hatten, ihre Beteiligung zu vertuschen. Mehrere enge Mitarbeiter des Präsidenten (u. a. der Justizminister) mussten ihr Amt aufgeben und wurden z. T. vor Gericht gestellt und verurteilt. Nach einer Untersuchung durch einen Senatsausschuss beschloss der Rechtsausschuss des Repräsentantenhauses die Einleitung eines Verfahrens zur Amtsenthebung (Impeachment) gegen Nixon wegen Amtsmissbrauchs, Behinderung der Justiz und Missachtung des Kongresses. Nixon bekannte einen Teil seiner Schuld und trat am 9. 8. 1974 zurück. Vizepräsident Gerald R. Ford wurde 38. Präsident der USA. Er gewährte Nixon Straffreiheit für alle ungesetzlichen Handlungen im Zusammenhang mit der Watergate-Affäre. 2005 wurde bekannt, dass der damalige stellvertretende FBI-Direktor M. Felt der Presse die entscheidenden Informationen geliefert hatte.
Watergate Building
Watergate Building
Watergate Building in Washington
Watergate-Affäre: Journalisten
Carl Bernstein und Robert Woodward
Die Journalisten der »Washington Post« Carl Bernstein (links) und Robert Woodward (rechts) stellten bei den Untersuchungen zur Watergate-Affäre beharrlich Nachforschungen an.
Krisenmanagement zu Watergate
Krisenmanagement zu Watergate
Am 21. 3. 1973 verabredete US-Präsident Richard Nixon mit seinem Bruder Dean, die Einbrecher in das Wahlhauptquartier der Demokraten zum Schweigen über ihren Auftraggeber (das Komitee für die Wiederwahl von Präsident Nixon) zu bringen (Tonbandprotokoll des Telefonats, veröffentlicht im Mai 1974):

Dean: Dazu ist Geld nötig, und es ist riskant. Die Leute hier können das nicht. Leute von der Mafia können so etwas: Geld waschen, sich sauberes Geld beschaffen und dergleichen. Wir schaffen das einfach nicht, weil wir keine Kriminellen sind und nicht daran gewöhnt sind, mit so etwas zu tun zu haben.

Nixon: Das stimmt.
Dean: Schwer zu wissen, wie man das macht.
Nixon: Vielleicht... eine Organisation.
Dean: Richtig. Aber es ist wirklich fraglich, ob wir es überhaupt hinkriegen. Außerdem noch das Problem, woher das Geld nehmen. Mitchell [Vorsitzender des Komitees zur Wiederwahl von Präsident Nixon und Justizminister] hat sich schon darum gekümmert, Geld aufzutreiben...
Nixon: Wie viel Geld brauchen sie?
Dean: Ich denke, diese Kerle werden uns im Laufe der nächsten beiden Jahre eine Million Dollar kosten.
Nixon: Das können wir kriegen. Was das Geld anlangt, wenn sie soviel brauchen, das lässt sich beschaffen. Eine Million können wir bekommen. Sie können es in bar haben. Ich weiß, woher wir es bekommen könnten. Es ist nicht einfach, aber es lässt sich machen. Aber die Frage ist doch, wer zu Teufel sollte die Sache in die Hand nehmen? Haben sie eine Vorstellung?
Dean: Genau. Nun, ich meine das sollte man Mitchell anvertrauen.
Nixon: Dazu neige ich auch.
Dean: Und ein paar Profis, die ihm dabei helfen.
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