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Literaturagent/in

Wer eine literarische Begabung in sich fühlt und vielleicht schon den ersten Roman, die erste Erzählung zu Papier gebracht hat, steht trotzdem vor einem enormen Problem: Wer druckt mein Werk? Mehrere tausend Verlage gibt es in Deutschland, von denen nicht einmal der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in jedem Fall genau weiß, welches Programm sie verfolgen. Einen Ausweg bietet eine Berufssparte, die sich in Deutschland erst entwickelt und sich genau in der Verlagswelt auskennt: Die Literaturagenten.

Literaturagent - Mittler zwischen Autor und Verlag

Wer ein Buch geschrieben hat und damit nun in die Öffentlichkeit will, kann mehrere Wege gehen: Kennt man einen Verlag oder hat sogar gute Kontakte zu einem Lektor, klappt vielleicht auf diese Weise der Einstieg. Wenn nicht, kann ein Gespräch mit einem Buchhändler helfen, der sich im Buchmarkt auskennt, die Chancen abschätzen kann und Informationsmaterial über die Programme in Frage kommender Verlage besitzt. Der dritte und professionellste Weg ist der über einen Literaturagenten. Was in Amerika schon gang und gäbe ist, entwickelt sich jetzt auch bei uns: Fachleute aus dem Verlagswesen nehmen eine Vermittlerrolle zwischen potentiellen Autoren und Verlagen ein. Sie nehmen Manuskripte von Autoren entgegen, lesen und beurteilen sie und suchen - wenn sie von der Qualität des Werkes und seiner Vermarktungschance überzeugt sind - einen geeigneten Verlag für die Veröffentlichung.

Diese Variante hat für Verlag und Schriftsteller viele Vorteile. Die Verlage bekommen bereits von Fachleuten „vorsortierte“ Manuskripte präsentiert, müssen sich also nicht selbst durch einen Wust von oftmals unbrauchbaren Manuskripten hindurch lesen. Autoren profitieren natürlich vor allem dadurch, dass ihnen die gesamte Kontaktaufnahme zu Verlagen, die Vertragsverhandlungen und das Marketing abgenommen werden. Unbekannten Autoren fehlt meist das „Vitamin B“, um mit ihren Werken überhaupt von Verantwortlichen in den Verlagen wahrgenommen zu werden. Anders die Situation, wenn ein bekannter Literaturagent einen Autor empfiehlt. In diesem Fall können die Verlage relativ sicher sein, dass das Manuskript zum einen in die Verlagslandschaft passt und zum anderen Qualität besitzt. Literaturagenten machen ihre Autoren zudem auf mögliche Verbesserungen an ihren Manuskripten aufmerksam, mit denen sie ihre Erfolgschancen erhöhen können. „Wenn uns ein Manuskript gefällt bzw. wenn die Chemie zwischen Autor und Agentur stimmt“, erklärt Gudrun Hebel, Inhaberin der Berliner „Agentur Literatur“ , „dann entwickelt sich unter Umständen eine lange und erfolgreiche Zusammenarbeit. Allerdings erfüllen von den 20 bis 30 Manuskripten, die uns pro Woche angeboten werden, nur etwa vier pro Jahr wirklich die Kriterien für eine Veröffentlichung. Haben wir Autor und Werk erst einmal auf dem Markt platziert und Erfolg damit gehabt, dann haben das folgende und alle weiteren Manuskripte natürlich viel bessere Ausgangschancen.“

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BW Bildung und Wissen Verlag, Nürnberg 2002
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